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Wiesbaden Helios streicht bis zu 500 Stellen

Paukenschlag zum Dienstantritt der neuen HSK-Geschäftsführung. Um das Millionendefizit auf Null zu reduzieren und sogar ein Plus von zwei Prozent zu erwirtschaften, sollen zwischen 200 und 500 Stellen eingespart werden.

Heute ist ein guter Tag für die HSK“, sagt Lutz Hammerschlag bei der Vorstellung der neuen Geschäftsführung der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK). Der ehemalige Gewerkschafter vom Marburger Bund ist einer von drei Chefs der HSK. Neu: Corinna Glenz und Ralf Engels, die im Zuge der Übernahme durch den Helios-Klinikkonzern zu Geschäftsführern an der Seite von Hammerschlag berufen wurden.

Ob die Belegschaft der HSK den gestrigen Montag auch als einen „guten Tag“ empfindet, ist fraglich: Die 41-jährige Glenz, die zugleich auch Helios-Regionalgeschäftsführerin Hessen und somit der Platzhirsch unter den drei HSK-Chefs ist, verkündet zu ihrem Dienstantritt, dass Helios in Wiesbaden zwischen 200 und 500 Stellen einsparen werde. Bis Ende 2015 seien betriebsbedingte Kündigungen allerdings ausgeschlossen. Glenz plane, bis dahin die natürliche Fluktuation unter den rund 2450 Mitarbeitern am Standort Wiesbaden zu nutzen.

Defizit auf Null reduzieren

Das Ziel von Helios: die Reduktion des Millionendefizits. „Im vergangenen Jahr habe die HSK 13 Millionen Euro Minus gemacht, bis Ende Mai diesen Jahres belaufe sich das Defizit bereits auf 6,7 Millionen Euro“, berichtet Glenz. Dennoch sei ihr Ziel spätestens nächstes Jahr das Defizit auf Null reduziert zu haben und vielleicht ein Plus von zwei Prozent zu erwirtschaften.

Möglich werde dies, indem die Geschäftsführung die Mitarbeiter „an die Hand nimmt“: In sechs vergleichbaren Kliniken im Konzern, zum Beispiel in Erfurt, würden weniger Angestellte die gleiche Arbeit schaffen, die auch in Wiesbaden anfalle. „Natürlich ist es schwer zu glauben, dass die Arbeit auch mit weniger Personal erledigt werden kann, aber das ist eine Frage von Struktur und Organisation. Wir werden lernen müssen, mit weniger Personal auszukommen“, so Glenz.

Dass das machbar sei, zeige ihr die eigene Erfahrung: In Krefeld sei es Helios trotz strengster Kostenkontrolle gelungen, die Patientenzahl binnen sieben Jahren um 30 Prozent zu steigern. Der erhöhte Zufluss an Patienten sei eine Frage des Marketings bis auf die Ebene der niedergelassenen Ärzte herunter, aber eben auch der Führung des Hauses. „Wir haben verdiente Stationsleiter auf Stellen versetzt, in denen es Defizite gab. Das bedeutet aber nicht, dass ich alle Stationsleiter der HSK ersetzen will“, betont Glenz.

Bettenhaus wird gebaut

Unter der Führung von Helios wird aber nicht nur gespart, sondern auch investiert: Der Konzern hat sich gegenüber der Stadt dazu verpflichtet, das angekündigte Bettenhaus zu bauen. Die bereits auf dem Tisch liegenden Pläne der Rhön-Klinikum AG würden „sorgfältig geprüft“. Dass sie auch so umgesetzt werden, kann sich Glenz nicht vorstellen. Rhön hielt zuletzt die nun im Besitz von Helios befindlichen 49 Prozent der Anteile. Die restlichen 51 Prozent liegen bei der Stadt, die operative Führung trotzdem bei Helios.

Sowohl Glenz, als auch ihr Partner Engels, warben um Verständnis, dass angesichts des ersten Arbeitstages noch nicht jede unternehmerische Entscheidung bis ins Detail vorbereitet sei. So zum Beispiel die Frage der Integration der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) in die HSK. „Ausschließen werden wir das nicht“, so Glenz.

Wichtiger Schritt sei nun die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Welche das genau sein werden, könne Glenz zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. „Wenn wir es schaffen, den Umsatz signifikant zu steigern, müssen wir natürlich weniger Stellen abbauen“, erklärt Glenz. Gleiches gelte auch für die Beschaffungskosten des verbrauchten Materials. „Auch hier sehen wir noch Potenzial.“

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