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Wiesbaden Heilquelle soll ans Licht

Die Umgestaltung des Faulbrunnenplatzes soll weiter vorangehen. Ortsbeirat und Magistrat haben sich darauf verständigt, den Faulbrunnen wieder ans Licht zu holen. Er soll Teil eines Kunstwerks werden, das schon lange in Planung ist, aber nie umgesetzt wurde.

Derzeit gibt es am Faulbrunnenplatz noch kein Heilwasser zu trinken. Foto: Martin Weis

Eine seit der Umgestaltung des Faulbrunnenplatzes im Untergrund verschwundene Heilquelle soll nun tatsächlich wieder ans Licht geholt werden: der Faulbrunnen. Seit dem Jahr 2011 hat die Stadt darüber debattiert, wie der Platz gestaltet werden und ob die Quelle in Form einer künstlerisch gestalteten Stele wieder sprudeln soll.

Zuletzt herrschte aber Planungs-Stillstand. Grund hierfür war, dass die eigentlich aus einem Wettbewerb im Jahr 2011 hervorgegangene Stele des Künstlerpaares Jeckel/Hartmann teurer als gedacht worden wäre. Die mit der Umsetzung beauftragte Stadtentwicklungsgesellschaft SEG zog im Jahr 2015 die Notbremse.

Nun, nach wiederholten Unmutsbezeugungen des Ortsbeirats Westend, kommt wieder Bewegung in die Sache. Ortsbeirat und Magistrat haben sich jeweils darauf verständigt, dass der eigentlich auf dem zweiten Platz des Wettbewerbs gelandete Stelen-Entwurf des Berliner TU-Professors Jürgen Weidinger vom Fachbereich Planen, Bauen und Umwelt umgesetzt werden soll. Das Büro des Landschaftsarchitekten Weidinger war laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung bereits für die Neugestaltung des Faulbrunnenplatzes und des Quartiersplatzes verantwortlich.

„Damit finden die jahrelangen Diskussionen um das ‚Ob und Wie‘ einer Brunnenstele auf dem Faulbrunnenplatz endlich ihren Abschluss“, so Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) in einer Pressemitteilung anlässlich des Magistratsbeschlusses vom Dienstag. Besonders großen Wert legen SEG und Möricke nun darauf, dass beim Bau der nun beschlossenen Stele darauf geachtet wird, das Wasser des Faulbrunnens in das Kunstwerk zu integrieren. Ein Wasserfilm aus Heilwasser soll die Stele zieren.

„Bei der Neugestaltung des Faulbrunnenplatzes bestand von Anfang an die Absicht, das Wasser des Faulbrunnens als gestaltendes Element über die Stele zu führen“, erläutert Möricke.

Dieses Wasser kann man tatsächlich trinken, auch wenn der Name des Brunnens nicht auf eine Gaumenfreude schließen lässt. Seinen Namen hat der Faulbrunnen von seinem fauligen Geschmack und dem Geruch nach Schwefelwasserstoff. Dem ehemals fauligen Geschmack, muss man hier jedoch betonen, denn seit einer Sanierung des Brunnens in den 60er Jahren sind der infernalische Geruch und der faulige Geschmack weitestgehend verschwunden.

Das ist laut dem für die Heilquellen zuständigen Bäderbetrieb „Mattiaqua“ so, weil der ursprüngliche Geruch des Wassers von im Boden lebenden Bakterien stammt, die aus dem im Wasser gelösten Eisensulfid den stinkenden Schwefelwasserstoff bilden. „Bei der in den 60er Jahren erfolgten Sanierung des Brunnens wurde der Schacht mit Ton ausgekleidet, so dass die Bakterien nicht mehr mit dem Wasser in Kontakt kommen konnten und folglich die Bildung von faulig riechendem Schwefelwasserstoff weitgehend unterbleibt“, ist in einer historischen Beschreibung des Brunnens zu lesen.

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