Lade Inhalte...

Wiesbaden Grundstein für Kulturzentrum ist gelegt

Bereits im Spätsommer soll das neue Schlachthof-Gebäude laut Stadtentwicklungsgesellschaft fertig sein.

19.11.2011 21:34
Gesa Fritz
So – oder so ähnlich – soll der neue Schlachthof im Sommer 2012 aussehen. Foto: Privat

Eine Strumpfhose von Nina Hagen, von Lemmy Kilmister eine – selbstverständlich leere – Whiskey-Flasche und die Strumpfmaske eines Menschen, der bei seinem Bühnenauftritt sonst weiter nichts trug. Die Macher des Schlachthofs wissen, was sie ihrem Kultstatus schuldig sind, und platzierten gestern im Grundstein für den Neubau die entsprechenden Devotionalien.

Aber die eigentlich wichtigste Botschaft des Tages lautet: Bereits im Spätsommer soll das neue Schlachthof-Gebäude laut Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) fertig sein. Im September, hofft Schlachthof-Geschäftsführer Gerhard Schulz, könne dann das erste Konzert in der neuen Halle zelebriert werden. Etwas in der Art wie die Berliner Band Einstürzende Neubauten fände er fein.

Vor einem Jahr erst musste der bisherige Sitz des Kulturzentrums, eine alte Industrieanlage, wegen Einsturzgefahr geschlossen werden. Innerhalb weniger Tage stand der Entschluss, ein neues Gebäude direkt neben dem alten zu errichten. 6,8 Millionen Euro hat die Stadt für das Projekt eingeplant. Nicht im Preis inbegriffen ist die Sanierung des denkmalgeschützten Wasserturms, der saniert und Teil des neuen Konzepts werden soll. Dort soll die Gastronomie und ein kleiner Veranstaltungsraum, vergleichbar mit der Räucherkammer, untergebracht werden.

„Der Schlachthof ist Kult und spiegelt die gesellschaftliche Entwicklung einer ganzen Stadtgeneration wider“, betonte Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) die Bedeutung des Hauses. Entsprechend sei es für die Stadt selbstverständlich gewesen, schnell und entschlossen zu handeln.

Am Tag der Grundsteinlegung war von alten Ängsten der Schlachthaus-Freunde nichts mehr zu spüren. Im Vorfeld waren immer wieder Sorgen laut geworden, die Kultstätte könne mit dem Umzug etwas von ihrer Patina, ihrem besonderen Flair verlieren.

„Die alte Halle wurde mit viel Bauch bespielt“, sagte Schulz. Er ist sich sicher, dass dieses Gefühl auch in die neue Halle übertragen werden kann. Derzeit müssen die Konzerte in der Räucherkammer, die weiter benutzt werden darf, oder in Ausweichquartieren wie der Ringkirche oder dem Walhalla-Theater stattfinden.

Das alte Schlachthof-Gebäude soll abgerissen werden. Allerdings erst, wenn der Neubau steht.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen