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Wiesbaden Gegen den Bienenklau

Imker wollen mit einer Reihe von Ideen Diebstähle verhindern. Im Frühjahr droht wieder eine Zunahme der Taten.

Im vergangenen Jahr gab es mehrere Diebstähle von Bienenvölkern. Jetzt, mit dem beginnenden Frühling, fürchten Imker, dass der „Bienenklau“ wieder zuschlägt. „Im Schutz der Dunkelheit fahren die Diebe meist mit einem Kleinlaster in die Nähe eines Bienenstandes“, sagt der Vorsitzende des Imkervereins Wiesbaden, Siggi Schneider. Wenn sie sich unbeobachtet fühlen, verschwinden sie mit den Kisten. Die betroffenen Imker bleiben auf einem erheblichen Schaden sitzen, denn die Versicherung zahlt nur einen Teil des Verlustes, ganz abgesehen davon, dass die erhoffte Honigernte ausfällt.

Und schließlich haben sie in ihre Völker ja auch eine ganze Menge Arbeit und persönliches Engagement gesteckt. Die Chancen, die Diebe zu fassen, waren bislang gering. Nur wenige Täter konnten von der Polizei ermittelt werden. Doch das soll sich ändern.

„Unsere Mitglieder haben deshalb in diesem Jahr eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen getroffen, die den Bienendieben die Arbeit erschweren oder die Straftat sogar verhindern sollen“, so Schneider. Im Januar wurden deshalb im Rahmen einer vereinsinternen Schulung verschiedene Möglichkeiten vorgestellt und erprobt. Sie reichen vom Einbau kleiner elektronischer Ortungsgeräte bis hin zu Befestigungen, die nur mit Spezialwerkzeug zu lösen sind.

Auch wurden an einigen besonders exponiert stehenden Bienenständen versteckte Alarmanlagen installiert, die ihre Besitzer über Funk benachrichtigen, eine Alarmsirene auslösen oder eine spätere Identifikation der Täter ermöglichen.

Schneider hofft auf die abschreckende Wirkung dieser Sicherungen. Zudem setzen die Imker auf die Mithilfe der Wiesbadener Jägerschaft, deren Mitglieder oft nachts unterwegs sind und genau wissen, wer sich mit dem Auto in ihrem Revier bewegen darf. Sie könnten wertvolle Hilfe geben, die zur Ermittlung der Diebe führen können.

Die Diebe bieten die gestohlenen Völker auf Online-Plattformen an. Denn in jedem Winter sterben Bienenvölker, und da wird preiswerter Ersatz gesucht. Ein kompletter Bienenstock wird unter dem Vorwand „Wir geben unsere Imkerei auf“ zum Schnäppchenpreis für 150 bis 300 Euro angeboten.

Der Imkerverein Wiesbaden warnt deshalb alle Bienenhalter im Stadtgebiet vor Käufen über eine der Online-Plattformen. Er rät, Bienen nur bei persönlich bekannten Imkern zu beschaffen. Wichtig sei auch, sich den Bienenstand zeigen zu lassen. Stehen dort unterschiedliche Beuten, heiße es: Äußerste Vorsicht! Bei Käufen von unbekannten Personen empfehlen die Wiesbadener Imker, sich den Personalausweis des Verkäufers zeigen zu lassen und die Daten, genauso wie das Kennzeichen, zu notieren. Grundsätzlich sollte man auf die Vorlage eines gültigen Gesundheitszeugnisses des Veterinäramtes bestehen. jkö

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