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Wiesbaden Die Zahl älterer Migranten wächst

Mangelnde Sprachkenntnisse und Ausgrenzungserfahrungen sind ursächlich dafür, dass ältere Menschen mit Migrationshintergrund städtische Angebote nicht nutzen. Ein neues Projekt soll das nun ändern.

Das Wiesbadener Amt für Zuwanderung und Integration hat das Programm „MigraSen“ ins Leben gerufen, das sich an ältere Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund richtet. Die Gesellschaft altert – und auch der Anteil älterer Menschen mit Migrationshintergrund steigt. Die Erfahrung zeige aber, dass diese Gruppe bislang nur unzureichend von den Angeboten erreicht werde, die die Stadt für ältere Mitbürger organisiere, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung.

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern und gemeinsam mit der Wiesbadener Migrantenselbstorganisation MigraMundi umgesetzt.

Innerhalb von drei Jahren – 2016 bis 2019 – soll speziell in Klarenthal und im Bergkirchenviertel der Bedarf erhoben und das Angebot entsprechend angepasst werden. Das Ziel des Projekts ist die gleichberechtigte Teilhabe älterer Migrantinnen und Migranten.

Während eines Workshops, mit Vertretern von Migrantenselbstorganisationen ging es um die Wünsche der Zielgruppe und die Frage, wie man sie erreicht.

Die Workshop-Teilnehmer nannten unterschiedliche Hürden, die bei der Verwirklichung der Pläne im Weg stehen. Mangelnde Sprachkenntnisse, teils Analphabetismus, seien ein Problem beim Erreichen der Zielgruppe. Vieles werde auch rein familienintern abgewickelt.

Manchen fehle schlicht das Geld, um Angebote wahrzunehmen . Zudem müssten viele erst Vertrauen fassen, bräuchten Menschen, die ihnen den Weg zu den Angeboten persönlich zeigten. Viele Migrantenselbstorganisationen halten Angebote vor, die wahrgenommen werden. Das Problem: Die Migranten bleiben meist unter sich. „MigraSen“ will gerade diese Strukturen aufbrechen. Andere Menschen hätten jahrzehntelang Ausgrenzung erfahren. Kontakt muss eingeübt werden, war ein Fazit der Runde.

Nach Angaben von Sozial- und Integrationsdezernent Christoph Manjura (SPD) werde sich die Zahl älterer Migranten zwischen 2005 bis 2030 nahezu verdoppelt haben. Den Gastarbeitern früher seien keine Deutschkurse oder andere Integrationshilfen angeboten worden, weil man damals davon ausgegangen sei, dass sie nach einigen Jahren in ihre Heimat zurückkehren. Viele von ihnen seien noch immer hier – „und wir wollen, dass es allen älteren Menschen in Wiesbaden gut geht“. diu

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