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Wiesbaden Call a Bike Kein Platz für Leihfahrräder

Der Asta der Wiesbadener Fachhochschule schließt einen Vertrag mit der Bahn-Tochter „DB Rent“. Wiesbaden bekommt damit zum 1. März mit „Call a Bike“ ein Fahrrad-Verleihsystem.

Call a Bike: Mit dem Handy wird das Rad entriegelt. Foto: Rolf Oeser

Der Asta der Wiesbadener Fachhochschule schließt einen Vertrag mit der Bahn-Tochter „DB Rent“. Wiesbaden bekommt damit zum 1. März mit „Call a Bike“ ein Fahrrad-Verleihsystem.

Ein deutschlandweit einmaliges Abkommen haben der Asta der Fachhochschule und die Bahn-Tochter „DB Rent“ zu vermelden: Wiesbaden bekommt schon zum Sommersemester, also zum 1. März, mit „Call a Bike“ ein Fahrrad-Verleihsystem. Dann werden die aus anderen Kommunen bekannten, rot-weißen Fahrräder in der Stadt unterwegs sein.

Möglich ist das, weil der Asta Wiesbaden in Kooperation mit den Asten Marburg und Darmstadt Fakten geschaffen und den Vertrag mit DB Rent ausgehandelt hat. Und das ganz ohne das Zutun der Fachhochschule oder der Stadtoberen.

Zunächst sollen 105 Fahrräder nach Wiesbaden kommen. Laut dem verkehrspolitischen Sprecher des Asta Wiesbaden, Benedikt Klein, stehen die Räder an etwa 16 im Stadtgebiet verteilten Stationen zur Ausleihe bereit. Den Studierenden, aber auch den Bürgern. „Vom Wintersemester an werden 150 Fahrräder an 20 Stationen bereitstehen“, freut sich Klein. Die gewünschten Positionen hat der Asta in eine Google-Map eingetragen und DB Rent zur Überprüfung übermittelt.

DB Rent ist laut Klein als Vertragspartner des Asta nicht nur dazu verpflichtet, die Räder zu stellen. Die Wartung gehört ebenso dazu wie der immer neue Transport der sich an manchen Stationen kumulierenden Fahrräder zu den anderen Stationen in der Stadt. Das Fahrradsystem, das von den Studierenden über die Semester-Gebühr bezahlt wird und dann den Studenten stundenweise kostenfrei zur Verfügung steht, soll die vier Hochschul-Standorte in der Stadt sinnvoll und umweltschonend miteinander vernetzen. Deshalb wird ein Teil der Fahrrad-Stationen auf den Arealen der Hochschule sein.

„Wenn DB Rent das Okay zur von uns vorgeschlagenen Verteilung der Stationen gegeben hat, dann muss nur noch die Stadt Wiesbaden ihren Segen geben“, sagt Klein. Denn gut 75 Prozent der vom Asta vorgeschlagenen Flächen liegen im öffentlichen Raum. Das Problem: Bis heute liegen dem Verkehrsdezernat und dem Tiefbauamt vom Asta keine Pläne zur Errichtung von Fahrradverleihstationen vor, sodass laut Verkehrsdezernat eine Abstimmung noch nicht stattfinden konnte. „Wir haben unsere Pläne bereits im November, kurz nach Abschluss der Verhandlungen, der Stadt und auch im August bereits dem Radverkehrsforum vorgestellt“, sagt hingegen Klein.

Dabei ist die Abstimmung dringend geboten: An manchen Stellen, wie zum Beispiel in der Bertramstraße, müssten für die Fahrrad-Stationen Anwohnerparkplätze gestrichen werden. „Da können die Politiker im Stadtparlament jetzt mal zeigen, wie ernst sie es mit der Fahrradfreundlichkeit Wiesbadens tatsächlich meinen“, sagt Klein.

Hans-Martin Kessler, verkehrspolitischer Sprecher der CDU im Stadtparlament, begrüßt den Vorstoß des Asta. „Wir bereiten gerade in der Koalition einen Antrag auf Unterstützung dieser Pläne vor“, berichtet Kessler auf Anfrage dieser Zeitung. „Allerdings nicht zu jedem Preis“, wie er betont. Es gehe nun darum, genügend Flächen im öffentlichen Raum zur Verfügung zu stellen, ohne die Akzeptanz des Projekts unter den Bürgern zu gefährden. „Wir haben auf dem Dern‘schen Gelände oder am Hauptbahnhof oder auf den Grundstücken öffentlicher Gebäude bestimmt genügend Raum, um die Fahrräder zu positionieren, ohne gleich in den Parkraum der Stadt einzugreifen“, sagt Kessler.

Neben den konkreten Plänen des Asta beschäftigt sich die Stadtverwaltung selbstständig mit der Einrichtung eines zentralen Fahrrad-Verleihs. „Diese Alternativen gilt es im Blick zu behalten, wenn hier das bahneigene System eingerichtet werden soll“, betont Kessler. Eine Kompatibilität sei unbedingt sicherzustellen.

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