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Wiesbaden Argumente gegen Taunuswind

Was der Verein „Rettet den Taunuskamm“ gegen Windräder auf der hohen Wurzel einzuwenden hat. Die Argumente der Gegner im FR-Überblick.

Der Verein „Rettet den Taunuskamm“ hat auf 995 Seiten Gutachten und Stellungnahmen gegen den Bau der Windräder auf der hohen Wurzel zusammengetragen. Die Unterlagen wurden an das Regierungspräsidium Darmstadt übergeben, das die Argumente der Gegner des Bauvorhabens in das Bundesimmissionsschutzverfahren einfließen lässt.

Die Standortverschiebungen gegenüber der Ursprungsplanung sieht der Verein als besonders kritisch. Obwohl die Windräder im Flora-Fauna-Habitat-Schutzgebiet (FFH-Gebiet) stehen, liegt für die Standorte keine konkrete Prüfung vor.

Gefahren für das Trinkwasser werden ebenfalls angenommen. Besondere geologische Verhältnisse verbieten laut Verein Bau und Betrieb industrieller Anlagen.

Besonders geschützte Lebensraumtypen würden in den von der designierten Betreiberfirma Eswe Taunuswind eingereichten Unterlagen nicht ausreichend gewürdigt. Hirschkäfer kämen gar nicht vor, die tatsächliche Verbreitung der Hainsimsen-Buchen werde im Sinne des Bauvorhabens schöngerechnet.

Geschützte Vögel wie der Rotmilan, Uhu und Wanderfalken nisten in der direkten Umgebung der Bauvorhaben. Das ist eigentlich gesetzlich untersagt. Auch die Route und der Umfang des Kranichzugs werden nach Meinung des Vereins nicht korrekt abgebildet. Gleiches gilt für Verbreitung geschützter Fledermausarten, der Wildkatze und der Haselmaus.

Landschaftsschutz und Denkmalschutz werden von den 206 Meter hohen Anlagen in exponierter Lage berührt. Lange hat die Stadt Wiesbaden laut Verein das ablehnende Gutachten der eigenen Denkmalschutzbehörde unter Verschluss gehalten, nun wurde es doch dem Regierungspräsidium übersandt.

Auch die Flugsicherheit ist tangiert: Vier der geplanten Standorte stören laut Verein den Anflug auf den Frankfurter Flughafen und die Funksignale der Deutschen Flugsicherung.

Nicht zuletzt die Lärmemissionen und der nötige Anwohnerschutz kommen den Vereinsmitgliedern zu kurz in den bisherigen Abwägungen.

Aufgrund der Summe dieser Mängel behält sich der Verein „Rettet den Taunuskamm“ vor, Strafanzeige gegen den von Eswe Taunuswind beschäftigten Gutachter Günter Ratzbor zu erstatten. Die Vereinsmitglieder unterstellen ihm, dass er die örtlichen Gegebenheiten vorsätzlich und im Auftrag der Eswe Taunuswind falsch dargestellt habe.

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