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Wiesbaden 10.000 Wiesbadener gegen Pegida

Mit 5000 Teilnehmern war gerechnet worden, am Ende sind es doppelt so viele, die gegen Pegida in der Landeshauptstadt auf die Straße gehen. In Kassel sind die Pegida-Gegner gegenüber den Befürwortern in der Überzahl.

19.01.2015 13:50
Protest gegen Pegida auf dem Schlossplatz in Wiesbaden. Foto: dpa

Gegen die islamkritische Bewegung Pegida haben am Montagabend in Wiesbaden rund 10 000 Menschen protestiert. «Mit der Demo setzen wir ein Zeichen für Vielfalt, Offenheit, Demokratie und Solidarität», sagte der Initiator Lex Hoogstad bei der Auftaktkundgebung. Zu der No-Pegida-Demonstration in der Landeshauptstadt hatten sich zahlreiche Gruppen angekündigt. Gerechnet worden war mit etwa 5000 Teilnehmern.

«Wiesbaden ist unsere Stadt, egal, ob wir alteingesessen oder neu hinzugezogen sind. Wir alle sind hier zuhause», sagte Oberbürgermeister Sven Gerich (SPD). Die Haltung von Pegida brauche ein deutliches Nein. Zum Protest angekündigt hatten sich auch Kirchen, die Jüdische Gemeinde, die Gewerkschaften, Vertreter der Parteien im Wiesbadener Rathaus sowie die Arbeitsgemeinschaft Muslimischer Gemeinden und die Türkische Gemeinde.

In Kassel gingen laut Polizei rund 550 Demonstranten am Montagabend gegen eine zeitgleich stattfindende Kundgebung der islamkritischen Bewegung von Kagida («Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes») auf die Straße - mehr als angemeldet. An dem Pediga-Ableger nahmen fast 200 Menschen teil.

Wegen einer Terrordrohung von Islamisten gegen die «Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» (Pegida) waren in Dresden alle Versammlungen unter freiem Himmel für Montag verboten worden.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) distanzierte sich von dem Ruf «Wir sind das Volk» auf Demonstrationen von Pegida. Bei der Präsentation eines Zeitzeugenprogramms der Landesregierung anlässlich des 25. Jahrestags der Deutschen Wiedervereinigung sagte Bouffier in Wiesbaden, dieser Ruf sei unerträglich und eine Verhöhnung der Opfer zu DDR-Zeiten. Der Unterschied zwischen den Menschen in der DDR, die in der SED-Diktatur gelebt und auf den Montagsdemonstrationen «Wir sind ein Volk» gerufen hätten, und den Pegida-Demonstranten sei sehr groß. (dpa/lhe)

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