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Wie kriminell ist Wiesbaden-Nord?

SPD diskutiert über Sicherheit und Jugendgewalt im Quartier / Polizei: „Kein Brennpunkt“

Wiesbaden-Nord ist kaum das, was man unter einem sozialen Brennpunkt versteht: Mittleres bis gehobenes Bürgertum wohnt hier in Villen und Einfamilienhäusern. Doch die SPD im Viertel sorgt sich: „Fast täglich“ berichte die Wiesbadener Presse „über neue Gewalttaten, oftmals begangen von Tätern und Täterinnen im Jugend- oder gar Kindesalter“, heißt es in der Einladung zu einer Podiumsdiskussion am heutigen Dienstagabend.

Eine der Fragen, die sich die SPD stellt, lautet: „Stimmt die subjektive Einschätzung, dass es im Quartier unsicherer geworden ist?“ Die Polizei hat eine klare Antwort: nein. Die innenstadtnahe Gegend nördlich der Schwalbacher Straße sehe man „derzeit nicht als Brennpunkt an“, sagt Petra Volk, Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Westhessen.

„Kriminalität gibt es auch hier“, sagt Volk – aber eben nicht besonders viel und schon gar nicht besonders jung. Eine detaillierte Auswertung für das Viertel, für das zwei Reviere zuständig sind, ist allerdings schwierig. Ein grober Überblick zeigt, dass vor allem Autoaufbrüche vorkommen – kein Wunder: Hier parken teure Autos – lohnend für Diebe.

Michael David, Polizist und SPD-Stadtverordneter, sitzt heute Abend mit auf dem Podium. Auch er hält Wiesbaden-Nord für relativ ruhig und ist gespannt, wie die Anwohner die Lage sehen. Der Alte Friedhof, an dem sich Jugendliche treffen, bereite zwar keine objektiven Probleme – es könne aber sein, dass es manchen Nachbarn schon beunruhige, wenn junge Leute in Gruppen zusammenstehen oder -sitzen.

Da ist David dann bei einem Thema, um das es ihm eher geht als um Alarmmeldungen. „Jugend(er)leben in unserem Quartier“ ist der Abend überschrieben, „was kann man vorbeugend tun gegen Jugendkriminalität“ eine der Fragen. David, der zur Jugendkriminalitäts-„AG Jaguar“ der Polizei gehört, hat Antworten: „Familienstrukturen stärken, eine gute Bildungsarbeit schon im Kindergarten und davor Sprachförderung nicht nur für Migranten“.

Die SPD will auch darüber diskutieren, ob Kinder und Jugendliche ihr Wohnquartier als sicher empfinden, und hat die Stadtteiljugendbeauftragte Gabriele Enders (FDP) eingeladen. Aber vielleicht kommen auch die, die am besten wissen, was in Wiesbaden-Nord abgeht in Sachen Jugendkriminalität: Jugendliche.

Offene Mitgliederversammlung der SPD Wiesbaden Nord, am heutigen Dienstagabend, 19.30 Uhr, in der Aula der IGS Kastellstraße, Kastellstraße 11.

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