Lade Inhalte...

Wahlkampf Vor der Kandidatenkür

CDU und SPD bestimmen demnächst ihre Bewerber für die Wahlen in Bund und Land.

24.08.2012 22:38
Gaby Buschlinger
Wer zu den Wahlen antritt, steht noch nicht fest. Foto: Peer Grimm/dpa

Drei Wahlen stehen innerhalb der nächsten anderthalb Jahre an. Während bei der CDU fast alle Kandidaten feststehen, weil die Amts- oder Mandatsinhaber wie Oberbürgermeister Helmut Müller weitermachen wollen und sollen, sieht es bei der SPD anders aus. Hier ist nur klar, dass Fraktionschef Sven Gerich (37) bei der Oberbürgermeisterwahl im nächsten Frühjahr antritt.

In den Bundestag drängt es zwei relativ unbekannte Stadtverordnete. Da die ehemalige Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (69) im September 2013 auf eigenen Wunsch aus dem Bundestag ausscheidet, möchte Simon Rottloff (35) sie beerben. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes sitzt erst seit dem vergangenen Jahr im Stadtparlament. Aber auch Nadine Ruf (34), die bereits seit acht Jahren dem Stadtparlament angehört und für zwei hessische Landtagsabgeordnete arbeitet, zieht es nach Berlin. Weitere Interessenten haben sich bislang nicht gemeldet, sagte Parteichef Dennis Volk-Borowski.

Nach drei Vorstellungsrunden in den Ortsvereinen fällt auf einem Parteitag Ende November die Entscheidung über den oder die Bundestagskandidaten.

Doch die Aussichten sind für die SPD-Bundestagskandidaten eher mau. Denn die CDU-Konkurrentin ist erneut Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (35), sagte Parteivorsitzender Horst Klee. Schon der „roten Heidi“ (Wieczorek-Zeul) hatte Schröder das Direktmandat abluchsen können und wurde kurz darauf von Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Kabinett berufen, Schröder ist trotz der Kritik an ihrer Arbeit als Ministerin in der Landeshauptstadt beliebt und gilt als rührig. Klee hat keine Zweifel, dass Schröder auf dem Parteitag am 15. November nominiert wird.

Bei der Landtagswahl hingegen ist auch bei den Christdemokraten eine der beiden Personalfragen für die zwei Wahlkreise offen. Zumindest wird spekuliert, dass CDU-Fraktionschef Bernhard Lorenz (43) seinen Parteifreund Klee (72), der seit 1993 fünfmal in Folge den Wahlkreis 31 gewonnen hat, beerben wolle. Klee hält dies für „das übliche Geschwätz“. Maßgeblich für die Entscheidung, ob er aufhöre oder weitermache, seien allein die Interessen der Partei. Und die Mitglieder werden Anfang 2013 entscheiden, ob ein Newcomer den Wahlkreis gewinnen könne oder ein erfolgreicher Polit-Hase.

Im Wahlkreis 30 steht derweil außer Frage, dass Astrid Wallmann (33) wieder antritt. Die Verwaltungswirtin konnte sich im Januar gegen den früheren katholischen Stadtdekan Ernst-Ewald Roth (60) durchsetzen, der aber dank eines oberen Listenplatzes trotzdem ein Mandat erhielt.

Roth soll auch wieder gegen Wallmann antreten, doch überraschend hat der bislang unbekannte Kai Hoffmann aus dem Rheingauviertel ebenfalls Interesse angemeldet, sagte Parteichef Volk-Borowski.

Zwei SPD-Interessenten gibt es auch für den Wahlkreis 31. Erneut will der Stadtverordnete Michael David (48) antreten, obwohl er Klee bereits zweimal unterlegen war. Aber auch die neue Vize-Parteichefin Annabelle Hoffmann (29), die 2011 erstmals ins Stadtparlament einzog, hat Ambitionen angemeldet. Am 28. September entscheidet ein Parteitag.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen