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US-Militär Angst vor mehr Lärm vom Militär

Wird es durch die Zusammenlegung der US-Militärstützpunkte in Wiesbaden für mehr Fluglärm über der Stadt? Das wollten die SPD-Abgeordenten Nancy Faeser, Uwe Frankenberger und Ernst-Ewald Roth wissen. Die Staatskanzlei bestreitet eine mögliche Mehrbelastung durch US-Flugplatz.

"At your service": Oberst David Carstens, Kommandeur der US-Garnison in Wiesbaden. Foto: Michael Schick

Die öffentliche Debatte über die Lärmbelastung durch den Flugbetrieb am Airfield Erbenheim hat es Dank einer kleinen Anfrage der SPD-Abgeordneten Nancy Faeser, Uwe Frankenberger und Ernst-Ewald Roth bis in den hessischen Landtag geschafft. Die Sozialdemokraten wollten von der von CDU und Grünen geführten Landesregierung wissen, wie ausgeprägt das Problembewusstsein in dieser Angelegenheit ist.

Der Sprecher des Staatskanzlei, Axel Wintermeyer (CDU), teilt nicht die Auffassung der Fragensteller, dass die Lärmbelastung durch den Ausbau des Standorts Wiesbaden zum Europa-Hauptquartier der US-Streitkräfte zu einer Mehrbelastung der Bürger führe. Es sei richtig, dass sich die Anzahl der Flugbewegungen im Vergleich der Jahre 2012 und 2013 von 4539 auf 9121 verdoppelt habe. Erlaubt sind 20.000 Flugbewegungen pro Jahr, die Einhaltung dieser Obergrenze wird von der deutschen Luftwaffe überwacht.

Dass sich die Zahl der Flugbewegungen im vergangenen Jahr verdoppelte, sei nicht der Zunahme des Betriebs, sondern einer besonders niedrigen Anzahl an Flugbewegungen im Jahr 2012 geschuldet: Die tatsächlich militärisch tätigen Einheiten der US-Streitkräfte mit erhöhtem Flugbedarf seien 2012 nicht in Wiesbaden stationiert gewesen. „Die vom Wiesbadener Army Airfield ausgehende Gesamtbelastung für die betroffenen Anwohner dürfte daher bezogen auf die letzten zehn Jahre in etwa die gleiche geblieben sein“, so Wintermeyer. Dies ändert laut Wintermeyer jedoch nichts an der Tatsache, dass „die Sensibilität der Bürgerinnen und Bürger gegen Lärmbelästigungen in dem dicht besiedelten und insgesamt sehr verkehrsreichen Rhein-Main-Gebiet insbesondere auch vor dem Hintergrund der Betroffenheit von dem Flugbetrieb des Frankfurter Flughafen gestiegen ist“.

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Die Hessische Landesregierung nehme diese gesteigerte Fluglärm-Betroffenheit der Wiesbadener auch nach der Eröffnung der Nordwest-Landebahn am Frankfurter Flughafen und der daraus resultierenden Streckenverschiebungen sehr ernst. Sie sei deshalb „bemüht, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, aber auch im Rahmen der dem Frankfurter Flughafen als Wirtschaftsfaktor geschuldeten Notwendigkeiten darauf hinzuwirken, dass die Fluglärm-Belastungen der Bevölkerung des Rhein-Main-Gebietes insgesamt auf das unabwendbare Niveau reduziert werden.“

Dass besonders die im Fachjargon „Orientierungsflüge“ genannten Flugrouten die Anwohner plagen, kann sich die Staatskanzlei nur schwer vorstellen. Diese Flüge dienen laut Wintermeyer dazu, dass neue in Wiesbaden stationierte Piloten das direkte Umfeld ihres Heimat-Flugplatzes genauer kennenlernen.

„Bedenkt man, dass die Piloten nur alle drei Jahre – aber sukzessiv und keinesfalls gleichzeitig – ausgetauscht werden, müsste sich die durch diese Orientierungsflüge verursachten Lärmbelästigungen in quantitativer Hinsicht in Grenzen halten“, glaubt Wintermeyer.

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