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US-Army in Wiesbaden Soldatenbuden auf Sterne-Niveau

Für fast 40 Millionen Euro hat sich die US-Army ein Hotel am Hainerberg in Wiesbaden gebaut. Die Siedlung drumherum soll 2013 für Zivilisten gesperrt werden.

03.03.2011 11:20
Sabine Müller
Schickes Innenleben: das Armeehotel am Hainerberg. Foto: rolf oeser

"Endlich fertig!“ – mit diesem Stoßseufzer hat gestern Jeffrey W. Dill, Kommandant der US-Garnison Wiesbaden, das neue Armeehotel in der Siedlung Hainerberg offiziell eröffnet. Die ersten Gäste logieren bereits seit Mitte Januar in dem 36 Millionen Dollar teuren Neubau.

Eigentlich hätte die Army Lodge schon vor einem Jahr ihre Türen öffnen sollen. Doch Baumängel und geplatzte Wasserleitungen durchkreuzten die Pläne. Der Hotelbau sei eine „Herausforderung“ gewesen, sagte der US-Bauprojekt-Koordinator Roger Gerber. Heute, am Eröffnungstag, fühle er sich „erleichtert“.

Wiesbadener kennen das Hotel bislang nur von außen, haben durch die Garnisonszäune hindurch der Entstehung zusehen können.

Mehr als Fassade werden sie aber auch nach der Eröffnung nicht zu sehen bekommen. Denn die 164 Zimmer auf vier Etagen werden ausschließlich an Soldaten und deren Familien vermietet, die nach Deutschland versetzt werden und auf eine Wohnung warten. Zudem steht das Hotel im offiziellen Auftrag reisenden Armeeangehörigen offen.

Zivilisten im Dienst der Armee können sich nur einmieten, wenn Kapazitäten frei sind. Allerdings kostet das günstigste Zimmer 120 Dollar, also rund 86 Euro. Das ist fast Fünf-Sterne-Niveau. Trotz schicker Zimmer mit Fernseher, Mikrowelle, Klimaanlage, Küche, großem Bad, automatischen Rollläden und Balkon hat die Lodge jedoch keinen einzigen Stern. Hotelmanager James Weber erklärt, warum: Die Army baue ihre Hotels nach immer gleichen Standards. Die drei Zimmerkategorien – Einzel-, Doppel-, Familiensuite – seien überall identisch, ob in Stuttgart oder Vilseck. Lediglich das Farbdesign könne variieren. Weber weiß das genau. Er leitete bereits das Armee-Hotel in Würzburg und war danach für die Finanzen der Army Lodge Schweinfurt zuständig.

Das Hotel am Hainerberg ersetzt das alte American Arms Hotel an der Frankfurter Straße. Die dortigen Büros wolle man weiter nutzen, sagte US-Garnisonssprecherin Anemone Rueger. Im Jahr 2011 werde die Immobilie deshalb noch nicht an den Bund zurückgegeben.

Baukoordinator Roger Gerber nimmt derweil schon das nächste Projekt in Angriff: Ein großes Einkaufszentrum an der Washingtonstraße. Der Abriss der alten Soldaten-Wohnhäuser habe dort bereits begonnen. Bis 2013 solle alles fertig sein – mitsamt dem neuen Haupteingang zur Bundesstraße 455 hin. Der alte PX-Store an der New-York-Straße werde renoviert und in eine Einkleidungsstelle für neu eintreffende Soldaten umgewandelt.

Laut Gerber werden alle Tore zur Siedlung Hainerberg ab Sommer 2013 für den Durchgangsverkehr geschlossen. Dann sei der neue Haupteingang fertig. Die Stadt hatte die öffentlichen Straße in der Siedlung zum 1. Januar den Amerikanern übergeben.

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