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US-Army in Wiesbaden Richtfest fürs Hauptquartier

Das neue US-Kommandozentrum in Erbenheim soll im Frühjahr 2012 bezugsfertig sein. Mit dem Umzug von Heidelberg wird die Wiesbadener Garnison von derzeit 16.500 auf 19.000 Mitglieder wachsen.

11.03.2011 11:00
Michael Grabenströer
Das Command and Battle Center auf der Air Base in Erbenheim Foto: rolf oeser

Der Umzug des Hauptquartiers der US Landstreitkräfte in Europa (USAREUR) von Heidelberg nach Wiesbaden rückt näher. Sichtbares Zeichen: Die Richtkrone, die am Donnerstag über dem Gebäude des neuen „Kommando- und Kampfzentrums“ hochgezogen wurde. Ein nüchterner Zweckbau mit 28 000 Quadratmetern Nutzfläche ist das Symbol für den Umzug der militärischen Infrastruktur der US Armee an den Flughafen Erbenheim. Rund 119 Millionen US-Dollar kostet allein der Neubau des Hauptquartiers, der in einem Jahr, im Frühjahr 2012, bezugsfertig sein soll.

Der wuchtige dreigeschossige Gebäudekomplex, der die Kommando- und Führungsstäbe der US-Armee aufnehmen wird, ist jedoch nicht das einzige Projekt, das derzeit im größten US-Militärbauvorhaben auf deutschem Boden umgesetzt wird. Zur Unterbringung des mit dem Hauptquartier nach Wiesbaden wechselnden Personals werden derzeit 326 Häuser gebaut, von Reihenhäusern über Doppelhaushälften bis zu allein stehenden Häusern. „Sozusagen nach Dienstgraden gestaffelt“, erläutert Roger Gerber, Chef der Stationierungs- und Baumaßnahmen, der den Baufortschritt überwacht.

Auch die Häuser stehen bereits als Rohbauten. Sie liegen im abgesicherten Bereich des Flughafenareals. Damit es nicht zu individuell wird, werden die Außenanstriche in der Planung mit festgelegt. „Innen kann sich dann jeder die Freiheit nehmen, sie so zu streichen, wie er will,“ meint Gerber. Er muss dann nur die Wände, wenn er den Dienstort wechselt, wieder in die ursprüngliche Farbgebung zurückversetzen – fast so, wie es auch in jedem deutschen Mietvertrag steht.

Zur künftigen Absicherung des Geländes gehören ein Zaun sowie die Verlegung der Einfahrt auf das militärisch genutzte Gebiet. Es wird einen neuen Kontrollposten für Haupteinlass- und einfahrt geben. Der Wiesbadener Garnisonskommandeur Oberst Jeffrey W. Dill ( „Ich bin so etwas wie der Bürgermeister hier“) versprach jedoch, die Mitglieder seiner Militärgemeinde aufzufordern, das Gelände trotz Sportzentrum und Einkaufsstätte in der Freizeit zu verlassen. Sich selbst nannte er als Vorbild. An Fastnacht habe er vier Sitzungen an einem Wochenende besucht.

Mit dem Umzug von Heidelberg wird die Wiesbadener Garnison von derzeit 16 500 auf 19 000 Mitglieder wachsen. Dazu zählen nicht nur Soldaten, sondern auch Familienangehörige, Zivilisten und pensionierte Militärangehörige, von denen derzeit noch rund 1100 zur Wiesbadener Garnison gehören.

Noch steht das Hauptquartier wie ein wuchtiger Betonklotz ein wenig erhöht, wie es sich für eine Führungszentrale gehört. Doch die massive Betonarmierung im noch frei stehenden Kellergeschoss (Basement) soll mit Erdaushub zugeschoben und begrünt werden, damit der Eingang dann ebenerdig ist. Denn erst, wenn das Gebäude komplett fertig ist, beginnt der Innenausbau mit Hunderten von Hochleistungscomputern, Simulationsständen und modernsten Telekommunikationseinrichtungen.

Insgesamt kostet der Umzug nach Wiesbaden die amerikanischen Steuerzahler runde 550 Millionen Dollar. George Seiferth, Vize-Stabschef der USAREUR, sieht alles im Zeitplan. Das V. Corps werde schon im Sommer mit weiteren Verlagerungen nach Wiesbaden beginnen, sagte Seiferth am Rande des Richtfestes.

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