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Universitätsstadt Wiesbaden "Da haben wir ein Ding gedreht"

Wiesbaden darf sich jetzt offiziell "Universitätsstadt" nennen. Das hat die neue EBS-Uni im Kurhaus mit viel Pomp und 1000 Gästen gefeiert. Von Torsten Weigelt

So soll sie einmal aussehen - die EBS Law School in Wiesbaden. Foto: EBS

Auch im Talar ist Christopher Jahns gerne mal flapsig. "Da haben wir ein Ding zusammen gedreht", sagt der Präsident der European Business School und strahlt Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) an. Auf der Leinwand neben ihnen erscheint ein Ortsschild mit der Aufschrift "Universitätsstadt Wiesbaden". Da strahlt auch Müller.

Bei einem Festakt mit 1000 geladenen Gästen hoben die beiden am Mittwochabend gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) die jüngste Universität Deutschlands aus der Taufe. Offizieller Name: EBS Universität für Wirtschaft und Recht.

Die Kulisse für den offiziellen Akt bildete der prächtige Friedrich-von-Thiersch-Saal des Kurhauses, wo den Besuchern nicht nur Reden, sondern auch einiges an Show-Effekten geboten wurde: Video-Botschaften von Boris Becker und Nobelpreisträger Mohammad Yunus, ein eigens komponiertes EBS-Lied mit viel Motivationstrainer-Poesie ("Inspiring Personalities") und sogar ein Feuerwerk auf offener Bühne. Das bildete die Ouvertüre zur Präsentation des neuen Logos - das dem alten fast zum Verwechseln ähnelt.

In seiner Ansprache kündigte Christopher Jahns an, Wiesbaden werde "den schönsten Uni-Campus Deutschlands" erhalten. Entstehen soll er bis 2014 auf dem Areal des ehemaligen Landgerichts an der Moritzstraße.

Obwohl es sich bei der EBS um eine private Hochschule handelt, machen Stadt und Land dafür insgesamt 50 Millionen Euro Steuergeld locker. Für diese "mutige Entscheidung" bedankte sich Jahns ausdrücklich bei Müller, Ministerpräsident Koch und dem "guten Kumpel" Florian Rentsch, FDP-Fraktionschef im Landtag.

Koch rechtfertigte den staatlichen Zuschuss als "fairen Weg zu mehr Vielfalt in der hessischen Bildungslandschaft". Und OB Müller freut sich auf die "Menge an Talenten", die künftig dazu beitragen sollen, "den internationalen Charakter der Stadt zu erhalten".

Also alles eitel Sonnenschein in der Bildungsstadt Wiesbaden? Dass dem nicht so ist, riefen rund 20 Vertreter des Bildungsbündnisses Wiesbaden den Kurhaus-Besuchern mit einer Kundgebung auf dem Bowling Green ins Gedächtnis.

Mit Nasenklammern und Sturzhelmen wiesen sie auf die haarsträubenden Zustände an mehreren Wiesbadener Schulen hin. "Bildung muss für alle da sein, und nicht als Ware für einige wenige", erklärte Hans Joachim Barth von der Lehrergewerkschaft GEW mit Blick auf die 12.000 Euro Studiengebühren pro Jahr an der EBS.

Kleine Beobachtung am Rande: Von den Wiesbadener Grünen, die den EBS-Zuschuss im Stadtparlament mit abgesegnet hatten, war während des Festakts am Mittwoch nichts zu sehen - weder drinnen noch draußen.

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