Lade Inhalte...

Umstrittene Regionalstrecke "Pro Aartalbahn" geht in die Offensive

Die Bürgerinitiative "Pro Aartalbahn" kämpft für die Wiederbelebung der stillgelegten Strecke zwischen Mainz und Limburg. Für April ist eine Podiumsdiskussion geplant. Von Mirjam Ulrich

28.02.2009 00:02
MIRJAM ULRICH
Bahnfreunde wollen die Aartalbahn zwischen Mainz und Limburg wiederbeleben. Foto: FR/Schick

Jetzt gehen die Eisenbahnfreunde in die Offensive. Als sich die Gegner der Aartalbahn im vorigen November als Bürgerinitiative "Busse statt Aartalbahn" formierten und Unterschriften gegen eine Reaktivierung der Strecke sammelten, rief das auch die Befürworter auf den Plan. Mit Gleichgesinnten gründete Klaus Röhrich kurz darauf die Bürgerinitiative "Pro Aartalbahn" und entwickelte ein Konzept für die Regionalbahn.

"Wir wollen Vorschläge machen und Einfluss nehmen zum Wohle der Fahrgäste", sagt Röhrich. Nach den Vorstellungen der BI sollte die reaktivierte Aartalbahn während der Hauptverkehrszeit im 30-Minuten-Takt verkehren. Auch sollte die Zahl der Stationen zwischen dem Mainzer Hauptbahnhof und Limburg auf 31 erhöht werden, um höhere Passagierzahlen zu erreichen.

Zudem sollten die Buslinien entsprechend an den Bahnverkehr angebunden werden, so dass die Fahrgäste nur kurze Wege zurücklegen müssten. "Bahn und Bus sollen sich nicht mehr Konkurrenz machen, sondern ergänzen." Den Bahnfreunden schwebt vor, dass die Busse in Zukunft eher als Zubringer verkehren, eine der bisherigen Linien aber bestehen bleibt.

In 24 Minuten nach Bad Schwalbach

Der Wiesbadener Hauptbahnhof ließe sich von Bad Schwalbach aus mit der Bahn innerhalb von 24 Minuten erreichen. Mit dem Bus oder dem Auto dauere es derzeit länger, es lohne sich also, auf die Bahn umzusteigen. Die Wiesbadener Innenstadt werde dadurch vom Autoverkehr entlastet. Zum Wiesbadener Hauptbahnhof wollten Röhrichs Beobachtung nach schon heute 40 Prozent der Busfahrgäste. Für die Passagiere, die in die Wiesbadener Innenstadt möchten, sei eine direkte Busverbindung vom Dotzheimer Bahnhof nötig. Auch für die Wiesbadener brächte eine Reaktivierung der Aartalbahn Vorteile, ist sich Röhrich sicher.

Lärm hätten die Anwohner nicht zu fürchten, die modernen Triebwagen seien so laut wie ein Kleinwagen. Und mit Güterverkehr sei auf der Steilstrecke nicht zu rechnen.

Insgesamt 60 Millionen Euro müssten Hessen und Rheinland-Pfalz in die Strecke investieren. Ende März soll das Gutachten zur Wirtschaftlichkeit vorliegen, bei dem der Rhein-Main-Verkehrsverbund federführend ist. "Wir glauben fest daran, dass die Aartalbahn ein Erfolg wird", gibt sich Röhrich optimistisch.

Für April plant die Bürgerinitiative eine Diskussion mit Politikern, Bahnexperten und Bürgern in Wiesbaden. Auch die Gegner der Aartalbahn wollen die Befürworter aufs Podium einladen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen