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Umfrage In Mainz lebt sich's besser

In einer bundesweiten Wohlfühl-Umfrage liegen die Wiesbadener auf dem vorletzten Platz. Viele wünschen sich weniger Fluglärm und mehr Sauberkeit.

19.06.2012 21:46
Bastian Beege
Für 76 Prozent der Wiesbadener macht das schöne Stadtbild den Vorteil ihres Wohnens aus. Hier der Schiersteiner Hafen. Foto: Rolf Oeser

Es trennt sie nur ein Fluss – und doch scheinen mitunter Welten zwischen den Landeshauptstädten Wiesbaden und Mainz zu liegen. Fest steht: Wer es gesellig mag und sympathische sowie tolerante Menschen sucht, der sollte die Karnevalshochburg jenseits des Rheins besuchen. Wer sich hingegen gern in kaiserlicher Eleganz übt, der ist in Wiesbaden eindeutig besser aufgehoben. So sehen das jedenfalls die Einwohner der beiden Städte.

In einer Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung bewerteten die Bewohner der beiden Städte sich selbst sowie ihre Nachbarn auf der anderen Rheinseite. Die Einschätzungen decken sich, wie die frisch veröffentlichten Ergebnisse der Studie aufzeigen: So behaupten etwa 89 Prozent der Mainzer von sich, sie seien tolerant. 78 Prozent der Wiesbadener würden dies bezogen auf die rheinland-pfälzischen Nachbarn bestätigen. Sich selbst hält hingegen nur gut die Hälfte der Wiesbadener Befragten für tolerant. Ähnlich sieht es bei den Eigenschaften „gesellig“ und „gelassen“ aus. Bloß wenn es um die Eleganz geht, dreht sich der Spieß um: Gerade einmal jeder fünfte Mainzer würde seinen Mitmenschen in der eigenen Stadt dieses Kompliment machen – die Wiesbadener halten sich hingegen zu zwei Dritteln für besonders elegant, was von außen genauso gesehen wird.

Interessant: Die Bewohner der Wiesbadener AKK-Stadtteile bewerten die Nachbarn aus Mainz am positivsten und fühlen sich in ihrer eigenen hessischen Heimat im Vergleich zu ihren Mitbewohnern am wenigsten wohl – Zeichen einer noch immer besonderen Verbundenheit mit Mainz. Ebenfalls bemerkenswert: Die Wiesbadener bewerten ihre rheinland-pfälzischen Nachbarn in den meisten Kategorien positiver als sich selbst.

Die Bevölkerungsumfrage wurde anlässlich des Tages der Marktforschung in 16 deutschen Städten durchgeführt: Wichtigste Frage dabei war, wie wohl die Menschen sich in ihrer eigenen Stadt fühlen: Wiesbaden landet hierbei auf dem vorletzten Platz vor Köln, gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der Bürger fühlt sich in ihrer Stadt „sehr wohl“, bei den 14-bis 29-Jährigen ist die Beliebtheit sogar noch geringer. So etwas wie das Paradies auf Erden scheint hingegen Münster zu sein: Vier von fünf Einwohnern fühlen sich dort sehr wohl. Mainz landet auf dem elften Platz.

Nach den Vorzügen ihrer eigenen Stadt befragt, verweisen die Wiesbadener vor allem auf das kulturelle Angebot (82 Prozent) und das schöne Stadtbild (76 Prozent). Deutlich weniger Befragte halten ihre Stadt für modern (59 Prozent). Auf der anderen Seite des Rheins geht es nach eigener Einschätzung hingegen in erster Linie lebendig zu.

Wenn es darum geht, was in Wiesbaden geschehen müsste, um den Wohlfühlfaktor zu steigern, verweisen die meisten Befragten auf die Lage – wohinter zum Beispiel der Wunsch nach einer ruhigeren Wohnsituation oder weniger Fluglärm steckt. Im Gegensatz zu den anderen Teilnehmern der Studie kritisieren einige Wiesbadener zudem das Problem mangelnder Sauberkeit in der Stadt.

Bundesweit wurden 10558 Menschen telefonisch befragt. In Wiesbaden nahmen 500 Einwohner an der repräsentativen Studie teil,. Erhoben hat die Daten das Taunussteiner Ifak-Institut.

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