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Theodor-Heuss-Brücke in Wiesbaden Haltestelle am Hochkreisel

Verkehrsplaner sehen in Wiesbaden für 2030 den Zusammenbruch des Verkehrs auf der Theodor-Heuss-Brücke und Hochkreisel voraus, sollten nicht jetzt die Weichen für Veränderungen gestellt werden.

Verkehr in Wiesbaden
Auch der Busbahnhof soll ohne Umwege erreicht werden können. Foto: Rolf Oeser

Rückstaus auf der Theodor-Heuss-Brücke zur Rushhour wird es auch dann geben, wenn die geplante Citybahn zwischen Mainz und Wiesbaden pendelt. Das zeigte die Verkehrssimulation anschaulich, die Barbara Schilling vom Ingenieurbüro Heinz und Feier auf dem Informationsabend zur Citybahn auf dem Kasteler Hochkreisel und der Brücke am Donnerstag vorstellte. Allerdings „ist der Rückstau kleiner oder zumindest nicht größer als zurzeit“, sagte Schilling.

Verkehrsplaner sehen für 2030 den Zusammenbruch des Verkehrs auf Brücke und Hochkreisel voraus, sollten nicht jetzt die Weichen für Veränderungen gestellt werden. Denn bis dahin gebe es Prognosen zufolge sieben Prozent mehr Verkehr, erklärte Rolf Schmidt vom Tiefbau- und Vermessungsamt der Stadt. Zusätzlich zur Citybahn ist daher geplant, den Verkehr von der Brücke und der Eisenbahnstraße kommend auf zwei Fahrspuren anstatt wie zurzeit auf einer in den Hochkreisel einfahren zu lassen und mit vier aufeinander abgestimmten Ampelschaltungen zu regeln. 

Die Haltestelle der Citybahn soll im westlichen, dem Rhein zugewandten Teil des Hochkreisels liegen, allerdings auf einem eigenen, an den Kreisel angeschlossenen Bauwerk, um die Zufahrt zur Brücke nicht zu blockieren. „Wir brauchen mehr Raum“, begründet dies Citybahn-Projektleiter Martin Pächer. Für Fahrgäste von Bus und Bahn soll es direkte Zugänge ohne Umwege zum Busbahnhof und der Citybahn-Haltestelle geben. Von den Unterführungen unter dem Hochkreisel könnten Treppen und ein Aufzug direkt nach oben führen. Auch von den Bahnsteigen des Kasteller S-Bahnhofs sind direkte Wege bautechnisch möglich. „Das ist keine Utopie, darüber lohnt es sich nachzudenken“, sagte Pächer. Die Deutsche Bahn habe vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass vom Bahnsteig der Gleise zwei und drei eine Rampe zum Busbahnhof auf dem Hochkreisel führen könnte. Für die Kosten wolle sie aber nicht aufkommen. Mit dem Bau einer Haltestelle und der Zugänge könnte Pächer zufolge das Ufergelände attraktiver werden; vorstellbar seien Kletterwände an den Stützmauern.

Die Theodor-Heuss-Brücke halte der zusätzlichen Last durch die Citybahn stand, erläuterte Wolfgang Vogel vom Ingenieurunternehmen Weiermüller und Vogel, das die Brücke seit Jahrzehnten betreut. Bei der Grundsanierung 1992 sei sie so verstärkt worden, dass sie auch schwere Lastwagen tragen könne. Da die Städte die Durchfahrt der 7,5-Tonner untersagten, weil sie keinen Schwerlastverkehr in den Zentren haben wollten, sei sie heute in noch gutem Zustand. Nur einige Stäbe an den Hauptträgern müssten durch Lamellen verstärkt und Nieten durch Passschrauben ersetzt werden. 

Auf der Strecke zur und über die Brücke ist laut Pächer vorgesehen, die Citybahn mit einem Fahrdraht laufen zu lassen, also mit Kontakt zur Stromleitung. Der Fahrdraht könnte wie in Orléans und Bremen an den Straßenlaternen befestigt werden. 

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