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SPD-Kandidatin Kerstin Geis will in den Landtag

Wiesbadener SPD-Stadtverordnete könnte für den Wahlkreis Groß-Gerau I antreten

29.03.2012 23:13
Gaby Buschlinger

Seit knapp einem Jahr sitzt sie im Stadtparlament, doch als Bildungspolitikerin und Kämpferin für Ganztagsschulen zieht es sie in den Landtag. Und nun gibt es dafür eine Möglichkeit: Die Bischofsheimer SPD hat Kerstin Geis (48) bei ihrer Mitgliederversammlung einstimmig als Landtagskandidatin für die Wahl Ende 2013 oder Anfang 2014 gewählt. Die Vorsitzende des Landeselternbeirats erhielt von den 21 Genossen 20 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung.

Die Mutter von vier Kindern zwischen 21 und 13 Jahren, die auch im Landesvorstand der SPD ist, müsste für eine Landtagskandidatur umziehen. Der Wahlkreis 47 umfasst den nördlichen Teil Groß-Geraus, zu dem neben Bischofsheim die Kommunen Ginsheim-Gustavsburg, Kelsterbach, Naunheim, Raunheim und Rüsselsheim gehören. In diesen fünf Ortsvereinen muss Geis noch um Zustimmung werben. Einen parteiinternen Konkurrenten gibt es bereits: Der Rüsselsheimer Jens Grode möchte ebenfalls in den Landtag. Ob noch weitere Genossen im Wahlkreis 47 ihren Hut in den Ring werfen, ist unklar. Die Kandidatenentscheidung fällt der Unterbezirksvorstand vermutlich im September.

In ihrer Heimatstadt Wiesbaden anzutreten, hatte Geis ausgeschlossen. Sie wolle Ernst-Ewald Roth nicht verdrängen. Dieser mache „eine sehr gute Arbeit“. Das Direktmandat hatte Roth allerdings nicht gewonnen, sondern war über einen sicheren Listenplatz in den Landtag gekommen.

Hoffnung auf Direktmandat

In Groß-Gerau Nord hatte die Sozialdemokratin Renate Meixner-Römer 2009 bei der Landtagswahl gegen den damaligen CDU-Kandidaten und jetzigen Rüsselsheimer Oberbürgermeister Patrick Burghardt verloren und war aus dem Landtag ausgeschieden. Die Bischofsheimer SPD hofft, mit der engagierten Schulpolitikerin Geis das Direktmandat zurückzuerobern. Der SPD-Parteichef im Kreis Groß-Gerau, Thomas Will, will im Wahlkampf mit Bildungspolitik punkten: Die Ganztagsschule in Form der pädagogischen Mittagsbetreuung sei eine Mogelpackung, so Will: „An drei Tagen in der Woche bis 14 Uhr – wem soll das denn helfen?“ Als Landeselternbeirätin macht sich Geis seit Jahren für „die Einführung richtiger Ganztagsschulen“ stark.

Sollte Geis Landtagskandidatin für Groß-Gerau werden, ist ein Umzug in den Wahlkreis zwingend. Geis erwägt, mit der Familie nach Bischofsheim zu gehen. Ihr Mandat im Wiesbadener Stadtparlament müsste sie ebenfalls aufgeben. Für ihr Amt als Wiesbadener SPD-Vizevorsitzende hatte sich Geis, die hauptberuflich in der Landestherapeutenkammer arbeitet, vorsorglich nicht wiederwählen lassen.

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