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Sicherheit für die Feuerwehr Warngeräte retten vor dem Tod

Als erste Stadt in Hessen rüstet Wiesbaden Feuerwehr und Rettungskräfte mit Kohlenmonoxid-Messern aus. Noch im Mai sollen Ergebnisse der Pilotstudie vorliegen.

05.05.2012 21:52
Gesa Fritz
Mit schrillem Pfeifen warnen die kleinen Geräte vor dem unsichtbaren Gas. Foto: Martin Weis

Wiesbaden rüstet als erste Stadt in Hessen seine Rettungskräfte mit Kohlenmonoxid-Warngeräten aus. Bürgermeister und Gesundheitsdezernent Arno Goßmann (SPD) übergab gestern 25 Warngeräte an die Vertreter der Rettungsorganisationen. Auch die Berufsfeuerwehr, sowie in einem zweiten Schritt die freiwilligen Feuerwehren, werden dauerhaft mit den handygroßen Warngeräten ausgerüstet. Das sagte Feuerwehrsprecher Frank Boerger der Frankfurter Rundschau.

Drei Menschen starben

Damit übernimmt Wiesbaden nicht nur auf Landesebene eine Vorreiterrolle. Es gibt nur ganz wenige Städte, in denen die Einsatzkräfte mit derartigen Warngeräten ausgerüstet sind. Zur Standardausstattung gehören sie beispielsweise in Berlin oder auch in Wien.

Die Stadt zieht mit diesem Schritt die Konsequenz aus einem Unglück in Biebrich. Im vergangenen November war in einem Mehrfamilienhaus auf dem Gräselberg Kohlenmonoxid (CO) ausgetreten. Drei Menschen starben, 30 weitere wurden verletzt. CO ist ein farb-, geruchs- und geschmackloses Gas. Der Rettungsdienst erkannte die Gefahr nur, weil sein CO-Gerät Alarm schlug.

Feuerwehrmänner, Sanitäter und Notärzte in Wiesbaden führen seit August 2011 im Rahmen einer in Deutschland einzigartigen Studie CO-Warngeräte mit sich. Ohne diese Geräte wären am Gräselberg vermutlich noch mehr Menschen ums Leben gekommen. Denn die Symptome werden von den Ärzten oft nicht richtig gedeutet.

„Schon damals war für mich klar: Wir müssen diese Geräte haben“, sagt Bürgermeister Goßmann. Doch die Messgeräte sind eine Leihgabe und müssen nach Abschluss der Studie zurückgegeben werden. Rund 300 Euro pro Stück kosten die jetzt angeschafften Lebensretter. Zusätzlich wurden die vier Notarztwagen der Landeshauptstadt mit CO-Messgeräten ausgestattet. So können Ärzte feststellen, ob bei den Patienten eine CO-Vergiftung vorliegt.

Feuerwehr initiierte Studie

Die Pilotstudie zu den Warngeräten, die der Feuerwehrmann Marco Pfeuffer initiiert hat, steht kurz vor dem Abschluss. Noch im Mai sollen die Ergebnisse vorliegen. Doch so viel kann Pfeuffer schon sagen: „Die Einsätze, bei denen CO festgestellt wurde, lagen deutlich im zweistelligen Bereich.“

Offensichtlich war das Pilotprojekt so überzeugend, dass die Stadt die Endergebnisse gar nicht erst abwarten wollte, bevor sie Konsequenzen zog. Und Wiesbaden wird wohl nicht die einzige Stadt bleiben, die nun die CO-Messer anschafft. Zumindest nach Einschätzung von Götz Brodermann, ärztlicher Leiter der Wiesbadener Rettungsdienste, der in in einem Ärztenetzwerk aktiv ist: „Alle planen derzeit, die Geräte zu kaufen.“

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