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Schiersteiner Hafen Virenalarm beim Ironman

Immer wieder fangen sich Triathleten im Hafenbecken Durchfall-Viren ein. Das Gesundheitsamt rät deshalb dringend zu einer anderen Schwimmstrecke für den Wiesbadener Ironman.

28.10.2010 11:33
Sabine Müller
Schwimmen. Foto: dpa

Das Schiersteiner Hafenbecken sollte aus Sicht des Wiesbadener Gesundheitsamts künftig nicht mehr als Schwimmstrecke für den Halb-Ironman 70.3 genutzt werden. Das sagte Amtsleiter Holger Meireis am Dienstag im Gesundheitsausschuss. Die Fraktion der Grünen hatte nach den zahlreichen Noro-Viruserkrankankungen von Teilnehmern der Sportveranstaltung um den Bericht gebeten.

Laut Meireis sei nicht auszuschließen, dass sich beim Ironman 2011 erneut Sportler im Hafenwasser eine Durchfallerkrangung einhandelten, falls dort wieder geschwommen werde. Das würde dem Ansehen der Veranstaltung und dem der Stadt gleichermaßen schaden.

Der Veranstalter habe in diesem Jahr die Wasserqualität des Hafenwassers mehrfach vom Fresenius-Institut testen lassen. Keine der Messungen wäre von der Keimbelastung her so ausgefallen, „dass wir die rote Fahne hätten schwenken müssen“, verteidigt Meireis die amtliche Genehmigung für den Schwimmwettbewerb. Er räumte aber ein, dass Noro-Viren in Gewässern via Tests nicht erfasst werden können, da diese schon bei sehr geringen Konzentration infektiös wirken.

Er werde Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) deshalb „beraten“, eine alternative Schwimmstrecke suchen zu lassen – etwa den Langener Waldsee. Das Schiersteiner Hafenbecken so zu sanieren, dass dort gefahrlos geschwommen werden könne, sei aus Kostengründen unmöglich.

Die Grünen-Fachsprecherin Sabine Gaedeke kritisierte im Ausschuss, dass das Gesundheitsamt bewusst ein Risiko eingegangen sei. Es sei bekannt gewesen, dass bei starken Regenfällen – wie am Tag des Ironmans 70.3 im August – der mit Noro-Viren belastete Linsenbach in das Hafenwasser überlaufen könne. „Hinterher ist man immer klüger“, hielt Meireis dagegen. Das Ganze hätte auch zehn Jahre lang gutgehen können.

Nach den zahlreichen Noro-Viruserkrankungen von Athleten beim Ironman 70.3 hatte der Oberbürgermeister sich bei den Teilnehmern entschuldigt und eine Prüfung gefordert. Der Veranstalter Kai Walter sagte, er könne sich vorstellen die Schwimmstrecke zu verlegen, es gebe „Optionen“.

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