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Rhön-Kliniken Rhön plant zwei Neubauten

In Dotzheim soll bis 2018 ein neuer Gesundheitscampus mit den Horst-Schmidt-Kliniken und der Deutschen Klinik für Diagnostik entstehen. Eine "ideale Ergänzung" soll das werden, heißt es.

05.11.2012 17:07
Gaby Buschlinger
Die Deutsche Klinik für Diagnostik , hier das Hauptgebäude, soll ein modernes Domizil bekommen. Foto: Renate Hoyer

Nicht nur die Horst-Schmidt-Kliniken will deren privater Minderheitsgesellschafter, die Rhön-Klinikum AG, neu bauen, sondern obendrein auch die Deutsche Klinik für Diagnostik. Die DKD, die Rhön komplett gehört, soll dann nicht mehr in der Aukammallee stehen, sondern nach Dotzheim zur HSK an die Ludwig-Erhard-Straße verlagert werden. Der von Rhön bestellte HSK-Geschäftsführer André Eydt spricht von einem „Gesundheitscampus“.

Ein Ideenwettbewerb sei mit den Partnern, also mit der DKD-Geschäftsführung und der Stadt als HSK-Mehrheitsgesellschafterin, abgesprochen und bereits ausgelobt worden.

Mit dieser „ambulant-stationären Verzahnung“ würden sich die beiden Kliniken „ideal ergänzen“, so DKD-Geschäftsführerin Beate Jörißen. Und Eydt ergänzt, dass sich beide Kliniken „vom Leistungsspektrum her bereits sehr gut ergänzen“ und es bereits „viele Kooperationen zwischen HSK und DKD gibt“.

Hoffnung auf kurze Wege

Durch die räumliche Anbindung entstünden für Patienten und Mitarbeiter Vorteile bei der interdisziplinären Zusammenarbeit, der Zentrenbildung und der Behandlung, schreibt Eydt in der aktuellen HSK-Mitarbeiterinformation. Von der Zentralisierung und den modernen Baustrukturen erhofft sich Eydt „reibungslose Abläufe“ sowie „kurze Wege“ und damit „eine Grundlage für eine wirtschaftliche Leistungserbringung“. Die Frage, ob die DKD den HSK mehr Patienten verschaffen solle, ließ Eydt unbeantwortet.

Eydt betont, dass die DKD trotz der räumlichen Zusammenlegung mit der HSK auf dem Freudenberg eigenständig und als „Marke“ erhalten bleibe. „Eine Verschmelzung der GmbHs geht mit den baulichen Maßnahmen nicht einher.“ Anfang September hatte Eydt verkündet, bis Ende des Jahres auch die ausgelagerten Abteilungen wie Dermatologie und Augenheilkunde aus den Wilhelm-Fresenius-Kliniken ins Haupthaus zurückzuholen.

Bis Ende des Jahres sollen in der Klinikplanung erfahrene Architekten ihre Vorschläge eingereicht haben. Im Januar werde eine aus allen beteiligten Klinikpartnern bestehende Jury den Siegerentwurf der Öffentlichkeit präsentieren, so Eydt weiter. Fünf Jahre später, also 2018, sollen beide Klinikneubauten fertig sein.

Und wieviel kostet das?

Fragen zum Investitionsvolumen und nach der Höhe der öffentliche Zuschüsse zu diesem Großprojekt ließ Eydt unbeantwortet. Ebenso blieb offen, wie viele Betten die beiden Klinikneubauten erhalten sollen. Fragen zum möglichen Betten- und Personalabbau liefen bei dem Rhön-Sprecher ebenfalls ins Leere. Auch zum baulichen Zustand oder zur Zahl der Beschäftigten von HSK und DKD gab es keine Auskünfte.

Die DKD wurde nach dem Vorbild der amerikanischen Mayo-Clinic 1970 in Betrieb genommen. Ihr Kerngeschäft ist die Diagnostik. Wenn Hausärzte und niedergelassene Spezialisten mit ihrem Latein am Ende sind, versuchen die laut DKD-Homepage rund 100 Fachärzte aus rund 20 medizinischen Disziplinen die kompliziertesten Krankheitsbilder zu ermitteln. Rund 40000 Patienten werden pro Jahr in der DKD behandelt, rund 9000 davon stationär. Das Haus verfügt über gut 100 Betten. Vor zwölf Jahren wurde die DKD um einen sechsstöckigen Neubau erweitert, die Altbauten wurden zur gleichen Zeit saniert. Fragen zur wirtschaftlichen Lage der DKD beantwortete Rhön nicht.

Die HSK wurden vor 30 Jahren als Krankenhaus der Zentralversorgung neu gebaut. Das 1000-Betten-Haus ist zugleich Lehrkrankenhaus der Universitätsmedizin Mainz. Über 3000 Beschäftigte sind an den HSK tätig. Spitzenmedizin wird dem Haus wie auch der DKD attestiert, dennoch waren die HSK Anfang des Jahres mit rund 100 Millionen Euro verschuldet. Deshalb hatte die Stadt dem Teilverkauf an Rhön zugestimmt.

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