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Rhein-Main-Hallen Wiesbaden Wer soll alle Fenster putzen?

Wie soll das neue Wiesbadener Wahrzeichen aussehen? Seit Montag können Interessierte die Entwürfe für die Rhein-Main-Hallen begutachten und bewerten.

19.03.2013 21:26
Jana Kinne
Barbara Ettinger-Brinckmann (links) veranschaulicht am Modell, wie die neuen Rhein-Main-Hallen einmal aussehen könnten. Foto: M. Schick

Was sollen die Bauten kosten, welche Anfahrten können Lärm verursachen und wie fügen sich die Entwürfe optisch ins Stadtbild ein? Zahlreiche Fragen haben die zehn Interessierten, die sich am Montagmorgen ein Bild von den Entwürfen für die neuen Rhein-Main-Hallen machen.

Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen und Organisatorin des Wettbewerbs, stellt die vier Siegerentwürfe vor und betont, dass es sich tatsächlich nur um Entwürfe handelt, die noch ausgebessert und angepasst werden müssen. „Die Arbeit fängt gerade erst an“, sagt die Architektin. Mit den vier Siegern müsse man nun Detailfragen und Kosten klären.

„Es kann keine hundertprozentige Lösung geben“, dämpft die Architektin die Erwartungen. Alle Entwürfe hätten Vor- und Nachteile. Die Jury habe jedoch einstimmig für den Entwurf des Architektenbüros Staab aus Berlin votiert.

Der Gebäudekomplex, der mit einer großen und zwei kleineren Hallen konzipiert ist, falle durch einen Kopfbau an der Kreuzung Rheinstraße/Friedrich-Ebert-Allee auf. Im Vergleich zu den anderen prämierten Entwürfen habe der Bau eine höhere Qualität und eine Architektursprache, die sich mit den umgebenden Gebäuden messen könne. So solle der skulpturale Bau aus sandfarbenem Sichtbeton und bronzefarbenen Hallen das Stadtbild prägen. Nachgebessert werden soll nach dem Willen der Jury an einer repräsentativen Vorfahrt. „Das Gebäude muss außerdem zur Rheinstraße mehr geöffnet werden“, fordern die Besucher.

Bei den anderen drei Siegerentwürfen gibt es dagegen massivere Kritik: Zu großzügig verglast findet Ettinger-Brinckmann den zweitplatzierten Entwurf von der KSP Jürgen Engel Architekten GmbH. „Wer soll die ganzen Fenster putzen?“, fragt sich eine Besucherin. Beim Entwurf von Code Unique, der ebenfalls durch viel Glas und Kolonnaden bestechen will, seien Anlieferwege und Haupteingang nicht optimal, erklärt die Architektin. Auch der Entwurf von Ferdinand Heide Architekt BDA, der auf dem vierten Platz landete, hat Glas und Kolonnaden als Thema. Eingänge und die nicht barrierefreie Gestaltung werden von der Jury bemängelt.

Nach der Führung nehmen die Besucher in einer Umfrage zu den Entwürfen Stellung. Zusätzlich sollen 1000 Bürger mittels telefonischer Interviews zu ihren Wünschen befragt werden. „Doch hat dieses Votum überhaupt Einfluss?“, will ein Besucher wissen.

„Die dabei generierte öffentliche Meinung hat den Charakter einer Empfehlung“, erklärt Henning Wossidlo, Sprecher der Messe-, Kongress- und Tourismusholding TriWiCon. Letztendlich entscheiden jedoch die Stadtverordneten.

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