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Rhein-Main-Hallen Wahrzeichen oder Bunker?

Die Rhein-Main-Hallen sollen zu einem Wiesbadener Wahrzeichen werden. Bis zum 24. März sind alle Entwürfe öffentlich ausgestellt - einige ernten bereits harsche Kritik. Bis zum Sommer soll eine Entscheidung fallen.

Favorit der Jury: Entwurf der Staab Architekten. Foto: Staab Architekten GmbH

Vier Entwürfe hat das Preisgericht am Dienstagabend gekürt. Vier Pläne, die die Rhein-Main-Hallen zu einem Wahrzeichen der Stadt machen sollen. Doch auch wenn die Jury den Entwurf des Berliner Büros Staab Architekten einstimmig favorisiert, ist noch längst nicht sicher, dass der auch realisiert wird. Denn so gut ihn die Jury auch finden mag: Die Opposition lässt an dem Siegerentwurf kein gutes Haar.

Die Pläne seien von „grotesker Hässlichkeit, eine fantasielose Zusammenballung von Kuben“. Sie machten „den Eindruck einer Lagerhalle oder eines Bunkers“, schreibt Michael von Poser, Fraktionsvorsitzender der Bürgerliste, die stets einen kritischen Blick auf Bauprojekte in der Landeshauptstadt hat.

Auf die historische Umgebung, zu der der Hauptbahnhof, die Herbert-Anlage und das Museum gehören, werde keine Rücksicht genommen, obwohl die städtebauliche Einfügung in der Ausschreibung gefordert war. Von Poser kritisiert zudem die Einseitigkeit der Preisgerichte, in denen „Architekten mit minimalistischen Vorstellungen“ dominierten. Er hoffe, dass die Bürger die Entwürfe ebenfalls ablehnten.

In das Klagelied der Bürgerliste stimmen auch die Grünen ein, die den Siegerentwurf als „massiv, abweisend und unoriginell“ bezeichnen. Von einem Wahrzeichen für Wiesbaden könne keine Rede sein. Auch die Ökopartei fordert, dass der Neubau sich in die Umgebung einfügt und dass die Bürger bei den Planungen ein Wörtchen mitzureden haben.

Nach Angaben der Stadt haben sie das. Vom heutigen Freitag bis zum Sonntag, 24. März, sind alle 24 Entwürfe in den Rhein-Main-Hallen ausgestellt. Darunter auch der von KSP Jürgen Engel Architekten, der auf dem zweiten Platz gelandet war, der von Code Unique (dritter Platz) und der von Ferdinand Heide (vierter Platz). Vor Ort können die Besucher ihre Meinung abgeben. Ergänzend zu einer Befragung in der Ausstellung wird TNS Emnid per Telefon weitere 1000 Wiesbadener befragen und ihre Meinungen erfassen, teilt das Pressereferat der Stadt mit. Das Ergebnis werde in die Beratungen der politischen Gremien eingebracht, heißt es.

Doch zunächst wollen die Verantwortlichen in den kommenden Wochen mit den Preisträgern über Änderungen sprechen. Und auch über die Baukosten. Die hatte Stadtrat Detlev Bendel (CDU) im September 2012 auf 100 bis 140 Millionen Euro geschätzt. Noch vor der Sommerpause sollen die Stadtverordneten über die Pläne entscheiden.

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