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Rettbergsaue Treppe wird erneut geöffnet

Fußgänger können ab kommendem Wochenende wieder auf die Rettbergsaue laufen. Ein Kompromiss ist gefunden.

Die Fahrt mit der Fähre „Tamara“ ist romantisch, aber nicht jedermanns Sache. Foto: Michael Schick

Nach Ansicht von Joachim Rippelbeck, Bereichsleiter Dienstleistungen und Hoheit bei Hessen-Forst, zudem noch ein „ganz vernünftiger“: Die Obere Naturschutzbehörde in Darmstadt und Hessen-Forst haben sich darauf geeinigt, dass Badegäste auch weiterhin zu Fuß über die Wendeltreppe an der Schiersteiner Brücke auf die Rettbergsaue gelangen können. „Der Zugang zum Schiersteiner Gelände über die Treppe wird geduldet, der Biebricher Teil bleibt aber weiter aus Sicherheitsgründen gesperrt“, sagt Rippelbeck.

Vor einigen Wochen war, wie berichtet, das Tor zur Treppe abgeschlossen worden. Badegäste hätten in der neuen Saison nur mit der Fähre „Tamara“ auf die Au übersetzen können. Die Treppe war nach einer Begutachtung durch das Wasser- und Schifffahrtsamt, das Regierungspräsidium Darmstadt, die Bädergesellschaft Mattiaqua und Hessen-Forst gesperrt worden – nicht allein aus Sicherheitsgründen. Es wurde auch entdeckt, dass sich der Pfad in einem Naturschutzgebiet befindet, das laut einer Verordnung von 1984 gar nicht betreten werden darf.

Doch auch das soll laut Rippelbeck künftig vertraglich geregelt werden. „Wie das verwaltungstechnisch dann gelöst wird, ist jedoch noch nicht ganz klar.“

Voraussichtlich zum Wochenende hin soll das Tor wieder für Fußgänger geöffnet werden, die dann jedoch nur in Richtung Schierstein abbiegen können. Der etwa 300 Meter lange Weg zum Biebricher Freizeitbad, der zum Teil durch einen Wald führt, wird gesperrt. Doch auch das soll nicht von Dauer sein.

War bislang nicht klar, wer die Kosten der Wegaufbereitung übernimmt, soll demnächst der Pachtvertrag zwischen Hessen-Forst und der Bädergesellschaft überarbeitet werden. In ihm soll nach Angaben von Rippelbeck festgehalten werden, dass die Instandhaltung der Freizeitgelände und Zuwege künftig in einer Hand liegt. Das heißt konkret, dass die Bädergesellschaft Mattiaqua die Kosten übernehmen soll. In Verhandlungen über den Vertrag befinden sich derzeit Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) und Michael Gerst, Landesbetriebsleiter von Hessen-Forst in Kassel.

Zufrieden mit dem Kompromiss ist der Schiersteiner Ortsvorsteher Walter Richters (Grüne). „Es kann nicht sein, dass man nur noch per Fähre übersetzen kann. Das können sich finanzschwache Familien nicht leisten. Und auch Fahrradfahrer sind nicht immer mitgenommen worden, weil die Fähre zu voll war“, sagt Richters. Er fordert jedoch, dass auch möglichst rasch eine Lösung für den Weg in Richtung Biebrich gefunden wird – „aber nur, wenn das hessische Naturschutzgesetz beachtet wird“, fügt er hinzu. „Wenn wegen der Brut- und Setzzeit nicht mehr gehandelt werden kann, dann müssen wir eben bis zum Herbst warten.“

Auch für die Campingfreunde, die die Bäder mit der Stadt betreiben, ist dieser Kompromiss ein wichtiger Schritt nach vorne. „Bereits im Februar fangen wir an, die Bäder für die Saison vorzubereiten. Aber da fährt die Tamara ja nicht. Wir müssen über die Treppe hinuntersteigen“, sagt Vorsitzender Norbert Reitz.

Anfang Mai soll jetzt ein Ortstermin mit allen Beteiligten stattfinden und über die Planungen informieren.

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