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Radfahren Für Flachlandspezialisten

Wiesbaden tritt in die Pedale – Die FR hat eine entspannte Radtour am Ende der Winterpause zusammengestellt, bei der die Radler keinen einzigen Höhemeter bewältigen müssen.

Gut geeignet für wintermüde Radlerbeine: Nahe der Nonnenau gibt es kaum Höhenmeter zu bewältigen. Foto: Rolf Oeser

Berge? Das muss ja nicht gleich am Anfang sein, wenn man die wintermüden Radlerbeine auf Touren bringen will. Deshalb hat die FR eine hübsche kleine Tour zusammengestellt, bei der Sie auf knapp 30 Kilometern fast keinen einzigen Höhenmeter zu bewältigen haben. Die „schlimmsten“ Berge sind die Mainbrücke und die Auffahrten zum Rheindamm. Dafür kann der Radler das Aufblühen der Natur an einem der denkbar schönsten Plätze der näheren Umgebung genießen: am Altrheinufer.

Wenn Sie einen Blick auf die Karte werfen, sehen Sie, wo es lang geht: Von der Reduit in Kastel am Rhein aufwärts zur Nonnenau, das wunderbar grüne Ausflugsziel, bei dem auch die Rast nicht zu kurz kommt. Wer mag, kann natürlich auch City-näher starten. Um die Variationsmöglichkeiten der Tour aufzuzeigen, ist in der Karte das Biebricher Schloss eingetragen; von dort sind es bis zur Reduit fünf Kilometer.

Bevor man sich aufs Zweirad schwingt, empfiehlt sich ein kleiner Blick zurück auf den mächtigen Bau am Ufer des Rheins. Die Reduit ist ein Befestigungswerk, das der Deutsche Bund 1832 errichten ließ, um die Pontonbrücke über den Rhein zu verteidigen. Der Bund war aber – so viel Geschichte muss zum Start erlaubt sein – beileibe nicht der erste, der diesen rechtsrheinischen Brückenkopf besetzte. Bereits die Römer hatten von Mogontiacum, der Hauptstadt ihrer Provinz Obergermanien, die andere Rheinseite massiv befestigt. Wer Zeit und Lust hat, kann im Museum Castellum ein wenig Heimathistorie erfahren. Dann aber los!

Entspannt rollt man über ein Brückchen und direkt am Fluss über die Maaraue. Nach knapp drei Kilometern ist Kostheim erreicht. Mit kräftigem Tritt geht’s über die Mainbrücke – und man muss sich entscheiden: Wer ein paar Extrakilometer machen will, kann rechts zur Mainspitze fahren (bestens ausgeschildert vom Regionalpark) oder, so der FR-Vorschlag, gleich weiter nach Gustavsburg hinein radeln. Wer auf dem Weg zum Bahnhof etwas genauer nach rechts späht, kann die Reste eines gigantischen Forts erblicken. Das war der Namensgeber der Stadt: Die Burg ließ Schwedenkönig Gustav Adolf während des 30-jährigen Kriegs errichten.

Nach ein paar Metern ist der Rheindamm erreicht, auf dem es nun südwärts auf dem Radweg bis Ginsheim geht. Wunderschön, wenn man sich so die frische Frühlingsluft um die Nase wehen lassen kann – oder? In Ginsheim setzen Sie mit Fähre Johanna über auf die Nonnenau. Wer nicht durstig sofort weiter zum Hofgut Langenau will, genießt die lauschige Atmosphäre am stillen Altrheinarm, schaut vielleicht mal zum eher exklusiven Hofgut Nonnenau herüber und biegt dann nach Süden ab. Wenn Sie ins Gut Langenau einbiegen, sollte ihr Tacho bei insgesamt 11,5 Kilometern stehen.

Außer viel Gastfreundlichkeit erfährt man im alten Haus zum Beispiel auch, dass die Insel und die Güter einst der Familie des Buchdruck-Erfinders Johannes Gutenberg gehörten und zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Maschinenfabrik MAN dort Landwirtschaft betrieb, um die Betriebskantine zu versorgen. In einer großen Kurve radeln Sie nun zur Steinbrücke am Südende der Nonnenau und auf bestens befestigten und markierten Wegen zurück zum Ausgangspunkt. Wen es unterwegs noch nach Getränk oder Stärkung gelüstet, der findet ab Ginsheim reichlich Einkehrstationen.

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