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Prävention gegen Missbrauch Verein informiert über Schutz vor sexueller Gewalt

Der Verein Wildwasser hat auf einer Fachtagung 120 Mitarbeiter von Einrichtungen der Region über das Thema sexuelle Gewalt aufgeklärt. Jede Institution könne die Übergriffe eindämmen, so die Experten.

25.10.2011 21:48
Elisabeth Böker
Auch jüngere Kinder melden inzwischen Vorfälle. Foto: Andreas Arnold

Sexuelle Gewalt in Institutionen hatten für viel Aufsehen gesorgt. Auch in Wiesbaden und der Region treten immer wieder Fälle auf. Daher veranstaltete der Verein Wildwasser Wiesbaden eine Fachtagung für Mitarbeiter in Institutionen zum Thema sexuelle Gewalt in Einrichtungen.

Wildwasser ist eine Beratungsstelle, bei der Mädchen und Frauen bei sexuellem Missbrauch Hilfe finden. Ziel der Tagung war es zu vermitteln, das erstens durch klare Absprachen sexueller Gewalt vorgebeugt werden kann und zweitens im Falle einer Tat es wichtig ist, mit Fachkräften die Situation ruhig zu klären.

Christine Raupp, Mitarbeiterin von Wildwasser Wiesbaden, sind einige Vorfälle aus Wiesbadener Institutionen bekannt: „Vor allem aus Kindergärten, Schulen sowie Behinderteneinrichtungen werden wir um Hilfe gebeten. Aber es bedarf immer des aufmerksamen Blickes von Mitarbeitern.“

Wie man sexueller Gewalt vorbeugen kann, das wollte Wildwasser den 120 Mitarbeitern aus 80 Einrichtungen aus Wiesbaden und der Region in dieser Fachtagung vermittelten. „Durch klare Strukturen kann jede Institution dazu beitragen, dass bei ihnen die Wahrscheinlichkeit eines Missbrauchs gering ist“, sagt Jacqueline Ruben von Wildwasser Wiesbaden. Besonders wichtig sei es, eine externe Fachberatung anzubieten, die jeder aus der Institution kenne.

Auch durch klare Vereinbarungen im Arbeitsvertrag sei es möglich, Probleme zu verringern. Als Beispiel bringt Ruben an, dass es männlichen Betreuern per Dienstanweisung verboten werden kann, in Duschräume von Mädchen zu gehen. Noch scheuen sich viele Institutionen vor solchen Schritten, so die Beobachtung des Wiesbadeners Vereins.

Im Ernstfall Ruhe bewahren

Was aber kann man machen, wenn der Verdacht aufkommt, dass jemand sexuell missbraucht wird? „Ganz wichtig sei es, Ruhe zu bewahren und eine Fachberatung hinzuzuziehen“, sagt Christine Raupp. „Eine neutrale Person kann die Gesamtsituation am besten beurteilen.“ Nicht immer sei eine Anzeige die ideale Lösung, weil nicht jedes Kind den Prozess psychisch durchstehen könne.

Vielen unbekannt sei, dass der Arbeitgeber bis zu 14 Tage, nachdem ihm der Fall mitgeteilt wurde, das Recht zu einer fristlosen Kündigung hat. Zunehmende Nachfrage am Beratungsangebot hat Wildwasser Wiesbaden seit 2010 festgestellt.In dem Jahr waren viele Missbrauchsfälle bekanntgeworden. „Die Leute gehen offener mit dem Thema um, und immer jüngere Kinder melden Vorfälle oder fragen bei nach, was sie tun können.“

Mehr Informationen unter www.wildwasser-wiesbaden.de

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