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Porträt Petra Fabri-Richters Kinderärztin für Äthiopien

Die Wiesbadener Kinderärztin Petra Fabri-Richters kümmert sich seit sieben Jahren um ein Vorsorgezentrum in Äthiopien. Von Bastian Beege

04.08.2009 00:08
Bastian Beege
Petra Fabri-Richters hilft Kindern in Äthiopien. Foto: FR/Surrey

Jeder Mensch sollte ein Stückchen Verantwortung für die Welt übernehmen, in der wir leben" dieses Motto hat sich Petra Fabri-Richters zu eigen gemacht, und zwar auf eine ganz besondere Art: Im Dienste der Entwicklungsorganisation "Kinder unserer Welt" reist die Wiesbadener Kinderärztin einmal im Jahr nach Äthiopien. Dort besucht sie ein medizinisches Vorsorgezentrum für Mütter und Kinder.

Äthiopien ist zweifellos ein guter Ort, um Verantwortung zu übernehmen. Hunger und Armut sind die ständigen Begleiter der Bewohner, noch immer leidet das ostafrikanische Land unter den Folgen einer schrecklichen Dürrekatastrophe sowie eines Bürgerkriegs in den 80er Jahren. Und doch bemerkt Fabri-Richters die rasanten Veränderungen, wenn sie alljährlich die aufwendige Reise nach Endaselassie, eine Kleinstadt im Norden Äthiopiens, auf sich nimmt. "Vor vier Jahren liefen die ersten Menschen mit Handys in der Gegend rum, vor zwei Jahren schaffte es dann das Internet in die Region", berichtet Fabri-Richters.

An anderer Stelle, bei der medizinischen Versorgung , lässt der Fortschritt noch auf sich warten. Gerade deshalb sind Fabri-Richters Besuche in Endaselassie so wichtig: "Ich schaue, wie sich unser Projekt entwickelt hat und an welchen Stellen es noch Unterstützungsbedarf gibt."

Das medizinische Zentrum wurde im Jahr 1994 von "Kinder unserer Welt" gemeinsam mit einer äthiopischen Partnerorganisation eröffnet: Seitdem erhalten jährlich mehr als 60.000 Frauen und Kinder im Zentrum Behandlung und Beratung. Doch Fabri-Richters weiß, dass die Probleme damit nicht gelöst sind. Gemeinsam mit einem Dolmetscher besuch sie die umliegenden Dörfer und versucht den Menschen klar zu machen, wie wichtig Hygiene ist, erzählt die Ärztin. Bei diesen Reisen durch das Land ist die 56-Jährige vor allem von der Offenheit der Menschen beeindruckt: "Ich stoße überall auf Gastfreundschaft."

Entwicklungshilfe hat Petra Fabri-Richters schon immer fasziniert. "Als meine drei Kinder alt genug waren, hatte ich plötzlich wieder etwas mehr Zeit", erinnert sie sich. Dann kam eines zum anderen. Ihre Freundin Elke Brachmann überredete sie dazu, die Betreuung für das Äthiopien-Projekt zu übernehmen. Fabri-Richters Mann unterstützte ihr Vorhaben und so flog die Kinderärztin im Jahr 2001 schließlich erstmals nach Afrika. "Das war schon ganz schön aufregend", erinnert sie sich. "Die ersten Tage in der Fremde waren eine völlige Reizüberflutung."

Inzwischen hat sich auch für die Medizinerin aus Deutschland längst eine Routine eingestellt. Trotzdem ist die Faszination am afrikanischen Kontinent für Petra Fabri-Richters noch genauso groß wie am ersten Tag: "Das Schönste ist, dass man dort Menschen trifft, die alle das gleiche Ziel haben: Unsere Welt ein Stückchen besser zu machen." (babe)

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