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Partnerstadt Breslau Ideen für die Freundschaft

Wiesbaden und Breslau feiern 25 Jahre Partnerschaft / Gerhard Fehrer reaktiviert Verein

Hat die Partnerschaft wiederbelebt: Gerhard Fehrer. Foto: Monika Müller

Wenn Gerhard Fehrer an Polen denkt, ist sein Kopf voller Ideen. Im Juni 2011 erfüllte der 68-Jährige den Deutsch-Polnischen Partnerverein wieder mit Leben. Dieses Jahr feiern Wiesbaden und Breslau 25 Jahre Partnerschaft. „Wiesbaden kann froh sein über eine so tolle Partnerstadt“, sagt Fehrer.

Vor 20 Jahren kam der Wiesbadener zum ersten Mal nach Breslau. „Die offene Atmosphäre und die wunderbare Architektur sind einfach fantastisch“, sagt er. Seine Liebe zu Land und Stadt hält bis heute. Rund fünf Mal im Jahr reist er nach Polen. Nun möchte der Rentner die Beziehungen beider Städte mit Schwung vorantreiben.

1988 wurde zur Unterstützung der Städtepartnerschaft der Deutsch-Polnische Verein gegründet. Der damalige Oberbürgermeister und gebürtige Breslauer Achim Exner war dabei die treibende Kraft.

Zu Anfang sei der Verein lebendig gewesen, sagt Fehrer. „Es gab genügend Geld und viele Ideen.“ Ein Wilhelmstraßenfest wurde in Breslau organisiert und eine Vereinszeitung herausgegeben. Doch in den 90er-Jahren, nach Exners Abtritt, schlief der Verein beinahe ganz ein. Nur der stellvertretende Vorsitzende Karl Reininger hielt ihn am Leben: „Er reichte jedes Jahr eine Steuererklärung ein“, sagt Fehrer.

Zu der Zeit arbeitete Fehrer als Geld- und Devisenhändler in Frankfurt am Main. Mit 58 Jahren, als die Firma umzog, wurde er plötzlich freigestellt. Freunde brachten ihn in zum Deutsch-Polnischen Kultursalon, kurz „Pokusa e.V.“. Ein Verein, der sich der zeitgenössischen polnischen Kunst verschrieben hat. Fehrer übernahm die Pressearbeit und organisierte Ausstellungen.

Immer wieder reiste der Kunstliebhaber nach Polen . Er besuchte Opernpremieren in Breslau. 2008 verknüpfte Fehrer die beiden Opernhäuser. Dabei unterstützte ihn die Intendantin und Generalmusikdirektorin der Oper in Breslau, Eva Michnik. Auf den Wiesbadener Maifestspielen war die Oper von Breslau zu Gast und führte zum ersten Mal eine polnische Oper außerhalb Polens auf. „Es machte mir mehr und mehr Spaß, die Menschen miteinander zu verbinden“ Doch nach einiger Zeit wollte Pokusa die Ideen von Fehrer nicht weiter unterstützen: „Sie wollten sich ganz auf die polnische Kunst konzentrieren.“

Fehrer, der vor Tatendrang überschäumte, ließ sich aber nicht aufhalten. Er lernte den Stadtpräsidenten von Breslau, Rafal Dutkiewicz , kennen. Fehrer, Dutkiewicz und Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz (CDU) beschlossen, gemeinsam eine Schulpartnerschaft zu initieren.

Dann endlich, im Januar 2011, kam Fehrer mit der in Wiesbaden lebenden Polin Jadwiga Lange ins Gespräch. Gemeinsam beschlossen sie, den Städtepartnerverein zu retten. Die Unterstützung von Karl Reininger hatten sie nach einem ersten Gespräch sicher, und bereits für den 1. Juli beriefen sie eine erste Mitgliederversammlung ein.

Fehrer trennte sich von Pokura: „Jetzt kann ich viele meiner Ideen realisieren“, freut sich der neue Vorsitzende des Vereins, der nun Deutsch-Polnischer Verein Wiesbaden-Wroclaw e.V. heißt. Wroclav ist der polnische Name für Breslau.

Sofort gab Fehrer in vielen Bereichen Anstöße zur Kommunikation zwischen den Menschen in Deutschland und Polen. Fehrer brachte Kirchengemeinden zusammen, die Direktoren der Stadtmuseen, veranstaltete eine Reise mit Stadtführung und Opernbesuch und trieb die Schulpartnerschaft voran. „Ein Freundschaftsspiel zwischen dem SV Wehen Wiesbaden und Slask Wroclaw wäre klasse“, überlegt Fehrer und streicht sich übers Kinn. Am Revers seines Jacketts trägt er die Stele der Toleranz in Miniatur: „So eine werden wir im kommenden Jahr auch in Breslau aufstellen“, plant er.

Am 30. November 1987 gingen Wiesbaden und Breslau eine Partnerschaft ein. Der Wiesbadener freut sich auf den Geburtstag in diesem Jahr: „In meinem Kopf habe ich eine lange Liste an Vorschlägen für das Ereignis.“

Der „Deutsch-Polnische Verein Wiesbaden-Wroclaw“ lädt für den heutigen Dienstag ab 19 Uhr zu seinem ersten Stammtisch in das Restaurant „König im Bären“ in der Bärenstraße 3 ein. Thema des Abends ist die 25-jährige Städtepartnerschaft.

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