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Open-Air-Konzert Symphonien und Rock

Der Star-Geiger David Garrett begeistert auf dem Bowling Green in Wiesbaden 11.000 Fans. Während des Open-Air-Konzerts des 30-Jährigen vor dem Kurhaus gibt es ein Diner blanc auf der Wilhelmstraße.

15.06.2011 13:58
Von Ralf Munser
Der junge Stargeiger David Garrett gib ein Open-Air-Konzert auf dem Wiesbadener Bowling Green. Der 30-Jährige begeistert rund 11?000 Fans vor dem Kurhaus. Foto: Michael Schick

Nichts geht mehr. An diesem Mittwochabend herrscht Verkehrschaos rund um die Wilhelmstraße und in der Innenstadt. Das ist auch der Grund, warum David Garrett sein Open-Air-Konzert auf dem Bowling Green eine halbe Stunde später als geplant beginnt. 11.000 Fans sind gekommen, um den Star-Violinist zu sehen. Alle, die keine Karten haben, aber den Geigenvirtuosen trotzdem hören wollen, habe es sich rund um das Konzertareal gemütlich gemacht. Pärchen sitzen auf Decken, Balkone sind bevölkert, Hotelgäste vom Nassauer Hof schauen von oben zu, und in der Wilhelmstraße treffen sich Leute zum Diner blanc. Ganz in Weiß sitzen sie an feinen, weiß gedeckten Tischen, trinken Sekt und essen leckere Kleinigkeiten.

Es ist ein warmer Sommerabend und – zunächst – kein Wölkchen am Himmel. Und dann kommt er: Der 30-jährige Star-Violinist kommt zu den ersten Klängen seiner Band und des Orchesters spielend vor die Bühne und steht direkt vor seinem Publikum – hautnah. Frauen schauen sehnsüchtig. Die Menschen springen von ihren Stühlen auf. Es ist der Beginn eines großartigen Konzertabends. Mit „Smells like teen spirit“ eröffnet David Garrett sein Konzert.

Dann wechselt er sofort ins Klassische und lässt die 5. Symphonie von Beethoven folgen – in einer rockigen Version. Nach Ravels „Bolero“ steigern er, seine Band und das Orchester sich zu Bombast-Rock mit Pyro-Show bei „Live and let die“ von Paul McCartney. Es ist diese Crossover-Mischung aus Klassik und Rock, die die Menschen begeistert. Jung und Alt sitzen nebeneinander. Schwelgen, träumen, fasziniert der Genialität von David Garrett lauschend. Aber der 30-Jährige ist nicht nur ein begnadeter Musiker. Er unterhält sein Publikum hervorragend. Zwischen den einzelnen Liedern erzählt er Anekdoten aus seinem Leben. Wie er sich in Chicago vor einem Auftritt beim Joggen verirrte und er eine Passantin vor seinem eigenen Konzertplakat fragte, wo denn die Halle sei. Oder wie ihm beim Mitfahren in einem Rennauto auf dem Nürburgring schlecht wurde. Passend dazu wird das Bild auf den beiden Video-Leinwänden eingeblendet. „Ich hatte wohl doch kein Benzin im Blut“, sagt er schmunzelnd. Seine Fans erfahren auch, dass seine Leidenschaft für Schokolade manchmal keine Grenzen kenne. Bei einem Besuch seiner Eltern in Aachen fand er in seinem alten Kinderzimmer ein Hanuta mit einem WM-Bild von Lothar Matthäus von 1990 – „ich hab’ s trotzdem gegessen.“

Nach der Pause folgen noch die Titelmusik aus Fluch der Karibik, „Clair de lune“ von Debussy, „Kashmir“ von Led Zeppelin und „Master of Puppets“ von Metallica zum Abrocken. Kurz danach geht ein großartiges Konzert zu Ende.

Heute Abend wird es vermutlich wieder ein Verkehrschaos in der Wiesbadener Innenstadt geben und Menschenmassen zum Bowling Green drängen. Dann wird Peter Maffay die Bühne vor dem Kurhaus rocken.

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