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Musik- und Kunsthochschule Wiesbaden Musikunterricht wird teurer

Es ist die zweiter Erhöhung in zwei Jahren: Zum Jahresanfang steigen die Kursgebühren der Wiesbadener Musikschule um 50 Cent bis zwei Euro pro Monat. Grund sind erhöhte Personalkosten.

23.10.2012 12:19
Von Gaby Buschlinger
Das Erlernen eines Musikinstrumentes kostet immer mehr Geld - nicht alle Eltern können das noch bezahlen. Foto: dpa

Ab Januar erhöht die Wiesbadener Musik- und Kunstschule (WMK) die Kursgebühren. Das teilte Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz jetzt in einem Schreiben an die rund 2500 Schüler und Eltern der Einrichtung mit. Für Einzel- und Gruppenunterricht müssen ab dem nächsten Jahr pro Monat zwischen 50 Cent und zwei Euro mehr gezahlt werden. Auch die monatlichen Kosten für Leihinstrumente steigen ab dem zweiten Nutzungsjahr.

Die Rabatte für Arbeitslose, Bafög-Bezieher oder Familienmitglieder bleiben allerdings erhalten. Aber auch die Zuschläge für Erwachsene und Auswärtige.

Erst vor zwei Jahren hatten Musikschüler einen bis zwei Euro pro Monat mehr für den Instrumentalunterricht zahlen müssen. Als Grund für den erneuten Anstieg der Preise nannte WMK-Direktor Christoph Nielbock die jüngsten Tariferhöhungen für den öffentlichen Dienst. Bis August 2013 erhalten auch die rund 90 Lehrkräfte der Musikschule gestaffelt insgesamt 6,3 Prozent mehr Lohn. Die entsprechenden Mehrausgaben müsse die Musikschule, die 1991 als Verein gegründet wurde, „selber erwirtschaften“, so deren Vorsitzende Rose-Lore Scholz (CDU), die auch Kulturdezernentin ist.

Schülerzahl steigt stetig

2,3 Millionen Euro schießt die Stadt der Musikschule zu, eine Erhöhung um 150000 Euro gab es zuletzt vor zwei Jahren. Die Kursgebühren decken etwa ein Drittel der gesamten Ausgaben von rund vier Millionen Euro. Neben Miete und Strom für das vor zwölf Jahren bezogene Domizil am Schillerplatz mit 60 Räumen und drei Sälen machen die Personalkosten für die 90 Musiklehrer den dicksten Ausgabeposten aus. Alle seien fest angestellt, sagt Nielbock, wenn auch nicht alle in Vollzeit tätig sind. Die Preiserhöhungen hält Nielbock für gerechtfertigt: „Lieber erhöhen wir moderat alle zwei Jahre, als nach mehreren Jahren saftig“, sagt er.

Das Angebot der Musikschule umfasst alle Orchester-Instrumente, neben Klassikern wie Klavier und Blockflöte sind auch Fagott, Akkordeon und Harfe erlernbar. Die Schülerzahl steigt stetig, die Warteliste ist oft lang. Dank „raffinierter Kursverteilungen“ wird laut Nielbock Interessenten die Wartezeit mit mehr Gruppenunterricht oder Ensemble-Teilnahmen versüßt.

Mit Eintrittsgeldern für die rund 40 kostenlosen Konzerte die Kasse der Musikschule aufzubessern, kommt für Nielbock nicht in Frage. „Wir haben unsere Spendenpauke und das reicht.“ Die Musikschule müsse ein „offenes Haus“ für alle bleiben.

Viel günstiger als die privaten Musiklehrer des Musiklehrernetzwerks ist die Musikschule derweil nicht mehr. Im Gegenteil: Wegen des Erwachsenenzuschlags zahlen über 21-Jährige an der Musikschule sogar mehr. „Dafür ist die Musikschule aber auch mehr, als Kindern das Klavierspielen im Elfenbeinturm beizubringen“, sagt Nielbock. Zum Beispiel würden kostenlos Streicherwochenenden angeboten, Blechbläser-Reisen und Workshops mit professionellen Musikern.

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