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Mobile Integration Känguru kümmert sich

Der mobile Integrationsdienst "Känguru" bezieht neue Räume im Schiersteiner "Schiff". Dort wird die Känguru-Oase im August ihre Arbeit aufnehmen. Von Michael Grabenströer

10.07.2010 00:07
Michael Grabenströer

Manchmal sind es Namen, die bildhaft Tätigkeiten einen tieferen Sinn verleihen. Manchmal bedürfen sie auch der weiteren Beschreibung. Wer sich nichts unter "mobilen Integrationsdienst" vorstellen kann, dem sagt auch Känguru nicht unbedingt vielmehr.

Da springt Silke Morini , Familientherapeutin und in der Geschäftsleitung des Sozialwerks IFB (Interessengemeinschaft für Behinderte) ein und erläutert die Initiative namens Känguru. Das Tier gilt im Umgang mit seinem Nachwuchs als besonders fürsorglich, hegt und pflegt ihn monatelang in seinem Beutel und führt ihn so behütet an die Umwelt heran.

Das will auch der mobile Integrationsdienst so halten, der sich der Betreuung schwerbehinderter Kinder verschrieben hat. Neustes Angebot und nicht nur in Hessen weitestgehend einmalig: die Känguru-Oase, die im August ihre Arbeit aufnehmen wird. Ein Rückzugsort für schwerbehinderte oder verhaltensgestörte Kinder und ihre Betreuer und Betreuerinnen. Die mobile Integration soll so funktionieren: Kinder mit Handicap sollen in Regelkindergärten untergebracht und betreut werden. Bezugspersonen von Känguru sind dabei. Wenn Kitas oder auch Mädchen und Jungen sich überfordert fühlen, dann werden die Kinder von ihren Betreuern in die Oase zurückgebracht und dort weiter betreut.

Liebevoll und fürsorglich

Die Oase bietet somit die Möglichkeit, einen Regelkindergarten regelmäßig zu besuchen und trotzdem die ergänzende Fürsorge durch Känguru zu haben. "Liebevoll, fürsorglich und individuell", meint Morini, eben wie ein Känguru seinen Nachwuchs umhegt.

Die Station ist untergebracht im IFB-Schiff - genannt nach der auffälligen Architektur des Hauses in Schierstein. IFB-Vorsitzender Wolfgang Groh würdigt die Ergänzung zum "normalen" Kindergartenbesuch, der ohne private Förderung gar nicht möglich sei.

Finanzier ist die Thorsten-Goos-Stiftung, die für die Herrichtung der Räumlichkeiten gesorgt hat. Die Stiftung ist benannt nach Thorsten Goos, dem verstorbenen Sohn der Eheleute Bernhard und Doris Goos. Nach dem Tod ihres 22-jährigen, an Leukämie erkrankten Sohnes, entschloss sich das Ehepaar, eine Stiftung zu gründen, um den Namen weiterleben zu lassen.

Der hatte im Zivildienst Kontakt zu IFB gehabt. Die Stiftung finanziert sich aus den Mieten eines Mehrfamilienhauses. "Die Immobilie dürfte nicht das letzte Kapital für die Stiftung gewesen sein", sagt Doris Goos. Drei Jahre habe es gebraucht, die Stiftung aufzubauen. Im November 2009 war es dann so weit. "Familienentlastung und Frühförderung" - das sind die Stiftungsziele, passend zu Känguru.

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