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Kryptonite Radio Show Hörspiele "from outer space"

Live-Aufführungen von Radio-Hörspielen finden immer mehr Anhänger. Die englischsprachige Kryptonite Radio Show bietet seit drei Jahren unter der Leitung von Mat Braun Science Fiction, Horror und Comedy vom Feinsten.

Schrille Kostüme und eine gehörige Prise Nerdcore erwartet die Besucher von "Adventure in Space". Foto: Kryptonieradio

Warum sind Radio-Hörspiele in Deutschland – im Gegensatz zu den USA – so wenig verbreitet? Bei der Beantwortung dieser Frage lässt Mat Braun, Produzent der Kryptonite Radio Show, kurz seinen Witz aufblitzen. „Nun, in den 30er und 40er Jahren waren wir in Deutschland mit anderen Dingen beschäftigt“, sagt der 41-jährige Wiesbadener und grinst in sich hinein.

Charme und Humor

Seit drei Jahren konzipiert, textet und leitet Braun die Truppe, die sich der Live-Aufführung von Radio-Hörspielen in englischer Sprache verschrieben hat. „Das alles im Nostalgie-Charme und mit ganz viel Humor“, sagt Braun, der im echten Leben Physiotherapeut an den Horst-Schmidt-Kliniken ist. Hervorgegangen ist das etwa 25 Personen starke Ensemble aus einem Theater bei amerikanischen Streitkräften. „Als das Weihnachtsstück dieses Ensembles abgesagt werden musste, haben wir schnell eine Live-Version von ,A Christmas Carol‘ als Hörspiel inszeniert“, erinnert sich Braun. Das Stück hatte so großen Erfolg, dass er sich mit dem Ensemble und dem Konzept einfach selbstständig gemacht hat.

Seitdem ist Braun Experte für Radio-Hörspiele. „Ich bediene mich bei rechtefreien Stoffen wie ,Dracula‘ von Bram Stoker oder dem bekannten Radio-Hörspiel ,Krieg der Welten‘ von Herbert George Wells. Ich passe den Stoff auf unsere Bedürfnisse an und führe Regie“, berichtet Braun.

Wichtige Elemente der Kryptonite Radio Show sind laut Braun – neben der unerlässlichen Prise Humor – die Requisite und die Sound-Effekte, die beim Hörspiel ja die visuellen Effekte fast ganz ersetzen müssen: „Wenn man den Todesstern im Hörspiel zerstören will, kann man einfach eine Wassermelone fallen lassen“, sagt Braun mit einem Augenzwinkern. Diese Kombination aus Gags und Gadgets macht die Truppe so erfolgreich – und rückt die Aufführungen näher an die Stand-Up-Comedy als an das Hörspiel heran. „Trotzdem achten wir darauf, auch den Besuchern etwas zu bieten, die einfach nur die Augen schließen und zuhören möchten. Mir selbst ist es ja auch wichtig, ganze Geschichten und nicht nur Witze zu erzählen“, sagt Braun.

Seine Inspiration holt sich Braun vor allem aus anderen englischsprachigen Radio-Shows, die er sich via Internet anhört, aber auch aus Filmen und Comics. „Ich möchte auch den Nerds unter uns etwas bieten. Deshalb sind meine Stücke auch voller Anspielungen auf Klassiker wie Star Wars oder Flash Gordon.“ Problematisch sei für das Ensemble, das bis auf wenige Ausnahmen aus Englisch-Muttersprachlern besteht, oftmals das strenge Urheberrecht. „Deshalb persiflieren wir die Original-Stoffe und so wird aus Flash Gordon dann Crash Gordon.“ Das Urheberrecht hindert den Regisseur auch daran, das Stück seiner Träume zu inszenieren: „Ich muss noch lange warten, aber 2043 wird ,Der Herr der Ringe‘ rechtefrei. Das ist noch fast in Schlagweite“, sagt Braun.

Wachsender Zuschauerkreis

Ungefähr sechs Stücke zeigt das Kryptonite Radio pro Jahr, jede Show wird nur zweimal gespielt – mit stetig wachsendem Zuschauerkreis. „Zu den letzten Aufführungen kamen gut 250 Personen“, sagt Braun nicht ohne Stolz. Vor allem, weil dank guter Mund-zu-Mund-Propaganda die Tendenz bei den Zuschauerzahlen immer noch steigend sei.

Die aktuelle Show „Adventures In Space“ wird dreigeteilt sein. Im ersten Teil gibt es den „Planet Man“, eine familiengerechte Geschichte (eine Anspielung an die klassische Dreiteilung der US-Radio-Shows, die immer erst kinderfreundlich, dann eher was für Erwachsene waren), der zweite Teil präsentiert „Impostor“, eine Geschichte des legendären Sci-Fi-Autors Phillip K. Dick, und im dritten Teil können sich die Zuschauer auf eine weitere Episode der beliebten Flash-Gordon-Parodie voller Anspielungen auf die Filmgeschichte freuen.

Mehr Infos und Tickets für die Vorstellungen am Freitag, 31. Januar, und Samstag, 1. Februar, jeweils 19.30 Uhr, im Alfons-Jung-Saal, Kellerstraße 37, gibt’s auf www.kryptoniteradio.com. Der Eintritt kostet 14, ermäßigt zwölf Euro.

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