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Kommentar Skepsis bleibt

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Rhön baut gleich zwei nagelneue Kliniken auf dem Freudenberg. Beide Häuser werden natürlich topmodern sein,

05.11.2012 17:03
Gaby Buschlinger
Gaby Buschlinger ist Redakteurin der Frankfurter Rundschau. Foto: FR

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein: Rhön baut gleich zwei nagelneue Kliniken auf dem Freudenberg. Beide Häuser werden natürlich topmodern sein, also technisch sowie medizinisch vom Allerfeinsten. Toll ist das – ach was, sensationell!

Oder scheint es nur so vorteilhaft? Warum, so fragt man sich, warum verkündet die Rhön-Leitung derlei Jubelmeldungen über das Klotzen statt Kleckern eigentlich nicht öffentlich? Warum nur in der internen Mitarbeiterinformation? Und warum gibt sich der börsennotierte Konzern auf Nachfragen der FR so zugeknöpft, statt sich als buchstäblicher Heilsbringer feiern zu lassen?

Über die Motive kann nur spekuliert werden. Aber das Schweigen macht skeptisch. Zugegeben, ein privates Unternehmen muss sich von niemanden in die Karten schauen lassen. Es ist nur seinen Aktionären gegenüber verpflichtet. Und dass diese angesichts einer Investition im dreistelligen Millionenbereich noch nicht scharenweise ihre Anteile abgestoßen haben, bedeutet zweierlei. Erstens: Rhön scheint über ein dickes finanzielles Polster zu verfügen. Und zweitens: Die Rendite scheint bei dem Vorhaben zu stimmen.

Nun ist das Erzielen von Gewinnen nicht grundsätzlich verwerflich. Aber es drängt sich die Frage auf, auf wessen Kosten die geplante Zentralisierung von DKD und HSK geht. Doch Fragen zum Betten- und Personalabbau nach der Zentralisierung lässt Rhön offen. Damit befeuert der Konzern sämtliche Befürchtungen der Privatisierungsgegner. Denn wenn bis 2018 tatsächlich beide Neubauten stehen, ist der Kündigungsschutz der rund 3000 HSK-Beschäftigten längst abgelaufen.

Dass Rhön zudem zur Höhe der öffentlichen Zuschüsse für die Klinikneubauten schweigt, ist eine Frechheit. Wenn die Aktionäre eines Tages mit dem Gesundheitscampus auf dem Freudenberg Geld verdienen, dann auch dank der Steuerzahler. Allein zum HSK-Neubau von geschätzten 150 Millionen Euro sind Landesmittel von 68 Millionen zu erwarten.

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