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Kochwettbewerb Junge Köche kämpfen um Meisterschaft

Bei den Meisterschaften junger Köche und Hotelfachkräfte wird Feinstes aufgetischt

In den Gängen der Louise-Schröder-Schule duftet es verheißungsvoll. Auf 48 ausgewählte Gäste wartet in wenigen Stunden ein exklusives Vier-Gänge-Menü. Denn beim Jugendwettbewerb der gastgewerblichen Ausbildungsberufe 2012 kochen und servieren auszubildende Köche und Hotelfachangestellte mit den höchsten Ansprüchen. Es geht dabei um den Bezirksmeistertitel und die Teilnahme an den hessischen Landesmeisterschaften.

In der Küche klappert, bruzzelt und blubbert es bereits. Sechs junge Köche aus Wiesbaden, Geisenheim, Kriftel und Limburg stehen im Schweiße ihres Angesichts über Dampf, der aus den Töpfen steigt, an ihren „Kochkojen“. Die Zeit ist knapp, die Menükarte lang und die Anforderungen hoch. Immer in ihren Nacken steht die fachkompetente Jury, Lehrer aus den regionalen Berufsschulen. Jeder Handgriff wird gesehen und bewertet. „Wir geben Punkte für Hygiene, Arbeitstechnik, Aussehen und Geschmack“, sagt Bernhard Westenberger von der Konrad Adenauer Schule in Kriftel.

Auf einen Koch und zwei Hotelfachangestellte kommen acht Gäste. Trotzdem werden für neun Portionen gekocht: „Ein Teller für die Jury zur Bewertung“, sagt Jürgen Mählenhoff, Jurymitglied von der Louise-Schröder-Schule und Organisator der diesjährigen Veranstaltung.

Kevin Glasere (26), füllt gerade seine Maultaschen für die Kraftbrühe, die er als als Vorspeise geplant hat. Er hat schon öfter im Hilton Hotel in Mainz für viele Personen Leckeres gezaubert. Gegenüber schaut Micha Westermann (20), der sonst im Hotel Krone in Assmannshausen arbeitet, auf seinen Ablaufplan: „Rote Beete schälen, hacken, salben, ausdrücken“, steht als nächstes an: „Ich habe das Menü schon öfter gekocht“, sagt Westermann. Drei Wochen vor dem Wettbewerb bekamen die Köche eine Liste mit Waren, die sie für ihr Menü verwenden müssen und Waren, die sie verwenden können. Wie sie die Zutaten zusammenstellen, war ihnen überlassen. „Der Wettbewerb ist eine sehr gute Vorbereitung für die Abschlussprüfung“, sagt Mählenhoff.

Bis die Servicekräfte den letzten Teller heraustragen wird in der Küche auf Hochtouren gearbeitet, damit alles perfekt aussieht und schmeckt. „Zum Ende hin ändern sich Ton und Lautstärke in der Küche“, sagt Mählenhoff. An der Wand hängt eine große Uhr: „Nach der richten sich alle“, sagt er, „die Zeit tickt“.

Im Speisesaal beginnen derweil die Hotelfachangestellten mit dem Eindecken der Tische. Sie tragen weiße Hemden, schwarze Westen, Krawatte und Schürze. Allein ihre Anwesenheit verleiht dem Speisesaal schon etwas Festliches. Weiße Tischdecken, bunte Blumengestecke, die richtige Gabel an den richtigen Platz neben den Teller – alles muss auch hier perfekt sein: „Wir müssen gut als Team arbeiten“, sagt Alicia Kaiser (23), die sonst im Hotel Orania in Wiesbaden arbeitet. Freundlichkeit sei das Wichtigste, besonders wenn etwas daneben geht: „Ruhig bleiben, sich entschuldigen und wenn nötig eine Reinigung anbieten“, sagt Kaiser. Das Stapeln des Geschirrs beim Abräumen sei Übungssache, meint sie. Jury-Mitglied und Organisatorin Rabia Mestrum von der Louise-Schröder-Schule zeigt die Weine des Abends: „Das ist ein Riesling aus dem Rheingau, informiert euch selbst, wenn ihr den Gästen dazu etwas sagen wollt“, sagt sie.

Um 17 Uhr werden die Gäste mit einem Sektempfang begrüßt. Um 17.30 Uhr soll der erste Gang serviert werden, gleichzeitig und mit einem Lächeln im Gesicht. Kein Gast darf dann noch etwas von der Hektik spüren.

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