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Horst-Schmidt-Kliniken Schuldenstand der HSK steigt

Das Defizit der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) ist im vergangenen Jahr auf 53 Millionen Euro angewachsen. Die Opposition im Stadtparlament befürchtet nun, dass nicht der Betreiber, die Rhön Klinikum AG, diese Schulden begleichen muss, sondern die Stadt.

29.08.2012 22:45
Gaby Buschlinger
Weiterhin am Tropf: Die Horst-Schmidt-Kliniken. Foto: hsk

Das Defizit der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) ist im vergangenen Jahr auf 53 Millionen Euro angewachsen. Die Opposition im Stadtparlament befürchtet nun, dass nicht der Betreiber, die Rhön Klinikum AG, diese Schulden begleichen muss, sondern die Stadt.

Mit dem Verkauf von 49 Prozent der Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) an die Rhön Klinikum AG glaubten die Rathauspolitiker, alle Sorgen – sprich Schulden – des städtischen Krankenhauses los zu sein. Doch das bezweifeln derzeit Oppositionsparteien sowie das Bündnis für eine kommunale HSK.

Denn: Das Defizit des vergangenen Jahres fällt nach Angaben der neuen, von Rhön entsandten Geschäftsführung, deutlich höher aus als vom Aufsichtsrat erwartet. Statt 20,5 Millionen Euro betragen die Miesen rund 53 Millionen Euro. Diesen Schulden-Rekord teilte Geschäftsführer André Eydt in dem aktuellen Informationsblatt für HSK-Mitarbeiter, das der Frankfurter Rundschau vorliegt, mit. Im Jahr 2010 hatte das Defizit laut Eydt rund acht Millionen Euro betragen.

Grüne sowie Linke und Piraten befürchten nun, dass nicht Rhön diese höheren Schulden begleichen müsse, sondern die Stadt. In der heutigen Sitzung des Finanzausschusses (17 Uhr, Rathaus) fragen sie den Magistrat, was auf die Stadt zukommen könnte.

Klinikdezernent: „Kein Kommentar“

Denn Rhön habe im Konsortialvertrag die Übernahme der Darlehensverbindlichkeiten auf 110 Millionen Euro gedeckelt, heißt es im Antrag der Grünen-Fraktion. Die Ausfallbürgschaften bezifferte die Öko-Partei auf 83,7 Millionen Euro und die Kassenkredite auf 48,4 Millionen Euro. Demnach könnte Rhön 22,1 Millionen Euro von der Stadt fordern. Auch das Bündnis für eine kommunale HSK befürchtet, „dass die Zeche für den jetzt bekannt gewordenen Schaden bei den HSK“ möglicherweise die Stadt zahlen müsse.

Klinikdezernent und Aufsichtsratsvorsitzender Arno Goßmann (SPD) wollte den erhöhten Schuldenstand nicht kommentieren. „Wir warten den von Wirtschaftsprüfern testierten Jahresabschluss ab“, sagte Goßmann. Er betonte aber, dass es für die Stadt keine vertragliche Verpflichtung zur Übernahme erhöhter Schulden gebe. Woher der Schuldenanstieg herrühren könnte, vermochte Goßmann nicht einzuschätzen. Er sagte nur, dass die neue HSK-Geschäftsführung noch im Juli selbst das Defizit auf rund 20 Millionen Euro beziffert hatte.

Geschäftsführer Eydt war am Dienstag nicht zu erreichen. Als ersten Verlustmacher hatte er die HSK-Service GmbH ausgemacht. Zudem hatte Eydt in Presseberichten die Chefärzte kritisiert. Diese verdienten zu viel und nähmen zu oft an Fortbildungsreisen teil. Die Chefärzte warfen der Geschäftsführung Rufschädigung vor, wollen den Streit aber nicht öffentlich austragen.

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