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Horst-Schmidt-Kliniken Rumoren an Wiesbadens HSK

Klinikum macht nach Teilprivatisierung viele Negativschlagzeilen.

Vor gut einem Jahr, Ende März 2012, war die Teilprivatisierung der Wiesbadener Horst-Schmidt-Kliniken (HSK) über die Bühne gegangen – begleitet von harscher Kritik, die auch heute noch nicht verstummt ist. Mit dem Verkauf von 49 Prozent der HSK an die Rhön-Klinikum-AG glaubten die Rathauspolitiker alle Sorgen los zu sein. Doch das Klinikum kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus.

Seit Mitte April ist die Frühgeborenenstation wegen Darmkeimen geschlossen. Neun Frühchen hatten sich infiziert. Der Keim, so die Klinik, sei vermutlich über eine Mutter eingeschleppt worden. Wann die Station wieder öffnen kann, ist unklar. Derzeit würden die Räume gereinigt.

Gerade in Bezug auf die Hygiene im Klinikalltag hatte das Bündnis für eine kommunale HSK im vergangenen Jahr heftige Vorwürfe geäußert, die von Klinikdezernent Arno Goßmann (SPD) und dem Gesundheitsamt zurückgewiesen wurden. Das Bündnis prangerte zudem den „starken Druck auf das Personal“ an, das Arbeitspensum der Reinigungskräfte habe sich verdoppelt. Die Berichte von Insidern über die hohe Arbeitsbelastung kommentierte Goßmann damals nicht.

Lohndumping-Vorwürfe

Unter Druck steht auch die HSK-Geschäftsführung, die versucht, das hochdefizitäre Krankenhaus zu sanieren – auch auf Kosten der unteren Lohngruppen. Nachdem im Dezember Rhön das Jobticket für seine Mitarbeiter gestrichen hatte, hatten die Gewerkschaft Verdi und der Betriebsrat der HSK-Service-GmbH im Februar dieses Jahres der Rhön-AG Lohndumping durch Missbrauch von Leiharbeit vorgeworfen.

Laut Betriebsrat werden befristete Verträge nicht mehr verlängert. Die Arbeitnehmer könnten jedoch zu schlechteren Bedingungen für andere Servicefirmen des Rhön-Konzerns tätig werden. Von dort werden sie als Leiharbeiter in die HSK geschickt. Laut Klinikgeschäftsführung seien die Vorwürfe aus der Luft gegriffen. Die Servicefirmen zahlten nach dem Tarifvertrag des deutschen Hotel- und Gaststättenverbands.

Die Sparmaßnahmen der HSK haben nicht nur Auswirkung auf die eigenen Mitarbeiter, sondern auch auf die der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD), die zu dem privaten Konzern gehört. Dort wurden Ende Februar 21 Mitarbeiter entlassen, weil Abteilungen mit denen der HSK zusammengelegt wurden. Die Geschäftsführung rechtfertigt die Kündigungen mit stärkeren Kooperationen. Auf dem Freudenberg will der Konzern die HSK und die DKD bis 2018 auf einem Gesundheitscampus neu bauen.

Die Stadt steht nach wie vor hinter dem Teilverkauf. „Die Klinik war faktisch insolvent“, sagt Arno Goßmann. „Hätten wir nicht gehandelt, hätten wir jetzt dieselbe Situation wie in Offenbach.“

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