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Friedrich-Ebert-Allee Kein Hardrock im Bunker

Zahlreiche Jugendbands haben gehofft, bald im Hochbunker an der Friedrich-Ebert-Allee proben zu dürfen. Doch daraus wird voraussichtlich nichts. Von Rebekka Teich

05.05.2009 00:05
Der Hochbunker in der Friedrich-Ebert-Allee. Foto: FR/Schick

Zahlreiche Jugendbands haben gehofft, bald im Hochbunker an der Friedrich-Ebert-Allee proben zu dürfen. Doch daraus wird voraussichtlich nichts. Dies teilte die Landtagsabgeordnete Astrid Wallmann jetzt mit.

Die Christdemokratin hatte sich beim Staatssekretär des Hessischen Finanzministeriums, Thomas Schäfer (CDU), für die Einrichtung von Proberäumen eingesetzt. Diese seien in Wiesbaden Mangelware. Da durch die zwei Meter dicken Betonmauern keine Töne nach außen dringen, schien das Relikt aus dem zweiten Weltkrieg zunächst ideal.

Schäfer habe jedoch mitgeteilt, dass der bauliche Zustand eine Nutzung durch Nachwuchsbands nicht zulasse. Das beauftragte Bauamt habe festgestellt, dass die Heizung nicht funktionstüchtig und das Dach undicht sei. Zudem stelle der fehlende zweite Fluchtweg "ein nicht zu überwindendes Hindernis" dar. Wallmann zeigte sich darüber "enttäuscht". Zu den Akten wolle sie das Anliegen allerdings nicht legen. Stattdessen werde sie weiter nach geeigneten Proberäumen suchen.

Platz für 600 Menschen

Derzeit wird der Bunker als Lagerstätte für Akten des Finanzministeriums genutzt. Zudem sind Möbel und Exponate des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformationen untergebracht. Zum Schutz der Zivilbevölkerung wurde der Bunker im Jahr 1939 im Regierungsviertel errichtet. Er bietet Platz für 600 Menschen und sollte die Wiesbadener vor Bomben, Raketen und Giftgas schützen.

In dem Gebäude war außerdem der letzte Befehlsstand des Wiesbadener Stadtkommandanten eingerichtet. Am 28. März 1945 wurde dort die weiße Flagge als Zeichen der Kapitulation gehisst. Heute steht der Bunker als Ort der Kapitulationserklärung und Mahnmal für den Frieden unter Denkmalschutz.

"Es ist ein scheußliches Ding, aber für die Geschichte ein wichtiger Ort", sagt Christoph Mohr vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Ein Abriss des Komplexes sei daher auszuschließen, meint er.

Nun solle geklärt werden, wie der Bunker in Zukunft genutzt wird, erklärt Wallmann. Falls die baulichen Mängel nicht behoben werden können, wird der Bunker ihrer Einschätzung nach weiterhin lediglich als Lagerraum genutzt werden.

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