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Filme im Hafen

Schierstein bekommt eigenes Kino-Festival

05.04.2013 21:28
Fabian Siegel

Entspannt die Abendsonne genießen, während im Hafen sanft die Wellen rauschen – und auf der Leinwand mit tosendem Krachen die Titanic versinkt. So, oder zumindest so ähnlich könnte es aussehen, wenn am 29. August im Schiersteiner Hafen das „SCHIFF“ startet. Kein Frachtschiff und auch kein Paddelboot – denn die Abkürzung steht für Schiersteiner Film-Festival.

Vier Tage lang sollen aktuelle Blockbuster, aber auch kleinere Independent-Filme gezeigt werden, wenn es nach Fabian Fischer geht. Seine Mainzer Agentur Mediaman möchte das Festival in Schierstein etablieren. „Deshalb auch erst einmal der etwas kleinere Rahmen“, sagt der Geschäftsführer. Täglich sollen zwei Filme auf zwei Leinwänden laufen – welche genau, werde aktuell noch verhandelt.

„Das Thema Hafen und Schiffe soll sich aber auf jeden Fall wie ein roter Faden durchs Festival ziehen“, sagt Fischer. Denkbar wäre zum Beispiel, dass es an einem Themenabend auch Essen passend zum Film gebe – gut vorstellen könne sich Fischer etwa indische Köstlichkeiten zum Film „Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger“.

Zum Kinoerlebnis gehöre natürlich auch Popcorn, Eis und – ganz wie in den guten alten Zeiten – ein Vorfilm vor dem eigentlichen Beginn. „Auch den Hafen selbst wollen wir passend zu den Filmen gestalten.“ Wie das aussehen kann und ob die Leinwand vielleicht sogar im Wasser aufgebaut wird, hänge letztlich aber noch vom Budget im Anfangsjahr ab.

Nach und nach soll das Filmfestival aber auf jeden Fall wachsen. Dafür hat Fischers Agentur bereits den Segen von Ortsbeirat und Kulturamt, die das Projekt ebenso wie der Schiersteiner Wassersportverein unterstützen. Gerade der Ortsbeirat stehe dem Projekt sehr wohlwollend gegenüber, sagt der stellvertretende Vorsitzende Walter Richters (Grüne). „Nach den Diskussionen, etwa ums Oktoberfest, haben wir nun etwas gefunden, das zur Schierstein und dem Hafen passt“, sagt er. Dem Oktoberfest hatten nicht alle offen gegenübergestanden. Zwar war das prognostizierte Verkehrschaos ausgeblieben, dennoch forderten Grüne und SPD den Veranstalter wegen zahlreicher Lärmbeschwerden auf, einen neuen Platz zu suchen – Ergebnis offen.

Das vorgelegte Konzept für das Film-Festival biete jedoch das nötige eigene Profil, um sich von ähnlichen Veranstaltungen abzugrenzen, so Richters. Zu guter Letzt sei es für das angrenzende Wasserschutzgebiet und die Anwohner die beste Lösung: Selbst der tosendste Schiffsuntergang in Überlänge ist bei den angepeilten Filmstarts von jeweils 20.30 Uhr schließlich irgendwann zu Ende. Und damit ist spätestens um 23 Uhr wieder Ruhe eingekehrt am Schiersteiner Hafen.

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