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Fähigkeiten entwickeln und Chancen verbessern

Seit 25 Jahren gibt es die Frühförder- und Frühberatungsstelle „Känguru“ / Ein Gespräch mit Marion Wack-Frankenbach

25.01.2012 22:06

Warum ist die Frühförderung von behinderten Kindern so wichtig und was ist Frühförderung überhaupt?

Je eher Behinderungen und Entwicklungsverzögerungen erkannt und die Kinder gefördert werden, desto besser sind die Entwicklungschancen und die Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben. Wir geben Familien Orientierung in ihrer schwierigen Situation, begleiten und beraten sie. Unser Motto ist „Hilfe zur Selbsthilfe“. Im Schnitt kümmern sich unsere Mitarbeiter eineinhalb Stunden pro Woche um jedes Kind. Die Eltern sind immer mit dabei. Das ist wichtig, denn nur so können wir gemeinsam Veränderungen erreichen, die nachhaltig für das Kind sind.

Wer kommt zu Ihnen in die Beratungsstelle?

Eltern, die sich um die Entwicklung ihres Kindes Sorgen machen, soweit es die Bewegungs- und Sprachentwicklung, das Verhalten oder die geistige Entwicklung betrifft. Man kann auch zu uns kommen, wenn man sich nicht sicher ist, was das Kind eigentlich hat, und wissen möchte, was das Kind genau braucht. Sie können sich vorstellen, dass es Eltern oftmals schwerfällt, mit einem Kind mit Behinderung in die Öffentlichkeit zu treten, am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu wollen. Anderssein trifft leider noch nicht überall auf Toleranz. Wir machen den Eltern Mut, stärken ihr Selbstvertrauen und zeigen ihnen, wie sie mit ihrer Situation zurechtkommen können.

Was wird konkret getan, wenn Eltern den Verdacht haben, dass ihr Kind eine Behinderung hat?

In der Regel erfahren Eltern von Klinik- oder Kinderärzten von der Behinderung ihres Kindes. Bei einer Entwicklungsverzögerung, die erst im Laufe des Heranwachsens erkennbar wird, geht die Initiative oftmals auch von den Kindertagesstätten aus. Oder die Eltern bemerken selbst, dass mit ihrem Kind etwas anders ist. Dann können sie sich an uns wenden, ohne Überweisung oder Antrag. Wir helfen ihnen dann, die nächsten Schritte zu gehen. Schon im ersten Gespräch erkennen wir oft, an welche Stelle sich die Eltern wenden können. Dabei arbeiten wir eng mit Kinderärzten und Therapeuten zusammen. Sollte eine Frühförderung notwendig sein, helfen wir bei der Antragstellung beim Amt für soziale Arbeit. Sobald der Antrag genehmigt ist, können wir mit der Förderung beginnen ? entweder zu Hause oder bei uns in der Beratungsstelle.

Innerhalb der heilpädagogischen Beratung besuchen Sie auch Kindertagesstätten. Was ist das Ziel dieser Arbeit?

Wir beraten die Erzieher, damit Kinder in der Kita bleiben können, trotz mancher Schwierigkeiten. Natürlich klären wir zunächst, ob die Eltern des betroffenen Kindes mit einer Beobachtung einverstanden sind. Wenn wir eine Entwicklungsverzögerung erkennen, sprechen wir mit den Eltern und bieten unsere Hilfe an.

Das Interview führte Jöran Harders

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