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Expansionsdrang Wiesbadener Privatschule zieht es hinaus ins Umland

Für 8,5 Millionen Euro will der Trägerverein unter anderem eine private bilinguale Grundschule in Schwalbach aufbauen.

11.09.2008 00:09

Es ist Gerhard Obermayrs ehrgeizigstes Projekt: Der Aufbau einer bilingualen Grundschule nach Vorbild der International School sowie der Bau einer Krippe und Fachhochschule für International Business Administration und Sprach- und Kulturwissenschaften in Schwalbach.

Rund 8,5 Millionen Euro wird das den Trägerverein Dr. Obermayr kosten. Die Eröffnung ist für 2009 geplant. Das Schwalbacher Stadtparlament stimmte dem Bauprojekt auf dem Gelände der früheren Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge Ende August zu. "Hier wird eine Perle entstehen", schwärmt Obermayr, der dem Land für das Grundstück 1,2 Millionen Euro geboten hat.

Das große Projekt im Main-Taunus-Kreis ist zugleich Gipfelpunkt des Expansionsdrangs des Leiters der Wiesbadener Privatschule: In den vergangenen Jahren hat er rund zehn Millionen Euro in den Ausbau der Privatschule gesteckt.

3,5 davon kostete allein der Aufbau des Campus Erbenheim in einer ehemaligen Tabakfabrik im östlichen Stadtteil, wo seit 2004 Oberstufe, Gymnasien und die Realschule untergebracht sind.

2005 eröffnete Obermayr in Taunusstein eine private Realschule. Zum aktuellen Schuljahr startete dort gerade ein gymnasialer Zweig. Nächstes Jahr soll eine Grundschule folgen. Zielgruppe sind Eltern, die ihre Kinder nicht auf die riesige Gesamtschule Obere Aar schicken wollen.

Jüngste Schulgründung Obermayrs war in diesem Jahr eine private bilinguale Realschule in einem ehemaligen Kasernengebäude in Rüsselsheim. Die Nachfrage nach Privatschulen sei zurzeit "gigantisch", so Obermayr. Daher die Expansion.

Das Rüsselsheimer Projekt habe sich schlichtweg aus der Tatsache ergeben, dass mehr als 40 Schüler von dort die Wiesbadener Privatschule bereits besuchten. Jetzt bräuchten sie nicht mehr zu pendeln: "Wir gehen zu dem Kind", sagt Obermayr. Der Betriebswirt ist kein Freund großer Schulen. Die "optimale Betriebsgröße" sei bei Drei- bis Vierzügigkeit erreicht, glaubt er. Auch deshalb habe sich die Obermayr-Schule "regionalisieren" müssen. Zumal ein zu großes Einzugsgebiet der Qualität schade.

In den Villen an der Bierstädter Straße, seit 1963 Sitz der vor 50 Jahren gegründeten Privatschule, residieren nur noch die Grundschulen - eine bilinguale und eine nach Montessori-Pädagogik - und die Verwaltung. Daneben gehören zum Bildungsunternehmen Dr. Obermayr zwei Kindergärten, drei Krippen und eine Sprachschule.

Im Sommer 2009 soll eine Krippe mit Kita im Bahnhof Landesdenkmal an der Biebricher Alle entstehen, den Obermayr gerade erworben hat. sab

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