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European Business School EBS feuert Präsidenten

Der Präsident der Wiesbadener Privat-Universität EBS muss nach knapp zwei Jahren im Amt schon wieder gehen. Er war gekommen um das angeschlagene Image der Elitehochschule aufzupolieren. Doch die Zahl der Studierenden blieb weiter hinter den Erwartungen zurück.

Muss im September schon wieder gehen: Rolf Wolff Noch-Präsident der European Business School (EBS). Foto: dpa

An der krisengeschüttelten Wiesbadener Privatuniversität EBS steht erneut ein personeller Umbruch an. Präsident Rolf Wolff, der seit 2013 im Amt ist und das angeschlagene Ansehen der Hochschule aufpolieren sollte, muss zum 30. September nach zwei Jahren wieder gehen.

Das hat der Aufsichtsrat der EBS beschlossen. Entsprechende Informationen der Frankfurter Rundschau und des Wiesbadener Kuriers bestätigte die Hochschule am Donnerstag. Gründe für die Trennung wurden nicht genannt. Ein Nachfolger wurde nach FR-Informationen noch nicht berufen.

Eigentlich hatte der 62-jährige Wolff fünf Jahre lang bleiben sollen. Doch sein Vertrag war jährlich kündbar. Davon machte der Aufsichtsrat Gebrauch – am Abend des 31. März, gerade noch rechtzeitig, da der Vertrag eine sechsmonatige Kündigungsfrist vorsehe. Man habe daher nicht außerordentlich, sondern „ordnungsgemäß gekündigt“, hieß es aus dem Aufsichtsrat.

Der freundliche, gelassene Wolff sollte die EBS nach den Skandalen um den forschen Ex-Präsidenten Christopher Jahns in ruhigeres Fahrwasser führen. „Natürlich sind die letzten drei Jahre sehr schwierige Jahre für die Kollegen hier geworden“, sagte Wolff bei seiner Vorstellung.

Die traditionsreiche Privat-hochschule hatte unter Jahns für Schlagzeilen gesorgt. Er holte Sponsoren ins Haus und baute die einstige Business-Hochschule aus Oestrich-Winkel mit einer Jurafakultät aus, so dass sich die frühere „European Business School“ seit 2011 „EBS Universität für Wirtschaft und Recht“ nennen durfte. Bei Politikern der damaligen schwarz-gelben Landesregierung und der Stadt Wiesbaden fand Jahns Unterstützung.

Prozess vorerst geplatzt

Dann flog aber auf, dass die EBS staatliches Fördergeld nicht immer sachgerecht eingesetzt hatte. Das Land hatte rund 23 Millionen Euro gegeben, von denen ein Teil zurückgezahlt werden musste.

Zudem musste Jahns vor Gericht. Ihm wurde vorgeworfen, ohne angemessene Gegenleistung 180.000 Euro von der EBS an die Beratungsfirma Brainnet geleitet zu haben, an der er beteiligt war. Jahns bestreitet eine Schuld, da die Leistungen von Brainnet wertvoller gewesen seien. Der Prozess platzte, weil Jahns verhandlungsunfähig war. Der Angeklagte muss mit einer Neuauflage rechnen, wenn er gesund wird.

Jahns’ Nachfolger Rolf Cremer versuchte sich ein Jahr lang daran, die Scherben zu kitten. Er schied 2013 aus. Unter Wolff schien sich die Lage etwas zu verbessern. Ende 2013 konnte er verkünden, die Finanzierung der Universität sei „langfristig gesichert“ – nämlich bis Mitte 2017. Die Zahl der Studierenden blieb aber weiter hinter den Erwartungen zurück, wichtige Professoren schieden aus.

Zudem soll Wolff Schwierigkeiten haben, die wichtige Hochschul-Akkreditierung „Equis“ zu erneuern. Das berichtet die meistens gut über die EBS informierte Internet-Plattform MBA-Journal.de.

Hinweise, dass man sich wegen dieser Schwierigkeiten von Rolf Wolff trenne, wurden aus Kreisen des Aufsichtsrats entschieden zurückgewiesen. „Das Gerücht ist überhaupt nicht richtig“, hieß es.

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