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European Business School EBS darf Miete später begleichen

Wiesbaden Holding erlaubt Aufschub für acht Monatszahlungen.

Die European Business School (EBS) muss die acht Monatsmieten, die 2013 noch für die Nutzung des Atrium-Gebäudes am Gustav-Stresemann-Ring fällig werden, nicht mehr in diesem Jahr bezahlen. Wie am Freitag bekannt wurde, stundet die städtische Gesellschaft WVV Wiesbaden Holding der Privatuniversität die 400000 Euro Miete für die Monate Mai bis Dezember 2013.

Diese Abmachung ist Teil eines Finanzierungskonzepts, bestätigten WVV-Geschäftsführer Rainer Schäfer und der Sprecher der EBS, Volker Schmidt, gestern auf Anfrage der Frankfurter Rundschau. Schäfer hatte nach einer Anfrage der Privatuni „als Vermieter“ über den Zahlungsaufschub entschieden. Grundlage sei ein Gutachten gewesen, das „die größten Gläubiger der EBS“, die Banken, in Auftrag gegeben hatten. Deren Prognose sei positiv gewesen. „Wenn die Institution EBS öffentlich weiter so angegangen wird wie bisher, wird sich die negative Prophezeiung selbst erfüllen“, warnte Schäfer.

Das Finanzierungspaket, das auf dem im Dezember vorgestellten Programm „EBS 2018“ basiere, „soll die Liquidität der EBS sicherstellen“, sagte Sprecher Volker Schmidt. Am Jahresende wollen sich WVV, Banken und Uni treffen und beraten, wie und wann die Mietschuld zurückgezahlt wird.

Der Opposition im Stadtparlament spielt die Nachricht vom Mietaufschub in die Hände: „Wenn die EBS nicht mal in der Lage ist, die Miete für ihren jetzigen Standort aufzubringen, wie sollen dann die Neubaufantasien in der Moritzstraße realisiert werden?“, fragt etwa Felix Kisseler, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Grünen. Die Hochschule Fresenius überlegt, auf dem ehemaligen Gerichtsgelände an der Moritzstraße einen gemeinsamen Campus mit der finanziell angeschlagenen Privatuni für Wirtschaft und Recht einzurichten.

Bereits am Donnerstagabend hatte die gemeinsame Fraktion der Linken und Piraten (LiPi) in der Stadtverordnetenversammlung in einem Antrag gefordert, „die falsche Orientierung auf die EBS“ aufzugeben. Der Magistrat solle „ein Planungskonzept zur Entwicklung des ehemaligen Gerichtsareals und des Umfeldes erarbeiten“. Die Gebäude an der Moritzstraße, die seit 2009 leer stehen, könnten als Standort etwa für das ursprünglich an der Wilhelmstraße geplante Stadtmuseum mit Stadtarchiv dienen. „Wir lehnen weitere EBS-Experimente ab“, sagte Hartmut Bohrer (LiPi) in der Parlamentssitzung. Der Antrag wurde vor allem mit den Stimmen der Großen Koalition abgelehnt, die dafür ihren eigenen, entgegengerichteten Antrag durchwinkte – gegen Grüne, Linke und Piraten.

CDU und SPD sind nach wie vor daran interessiert, die finanziell angeschlagene EBS zusammen mit der Hochschule Fresenius an der Moritzstraße unterzubringen. „Wir verlieren das Ziel nicht aus den Augen“, sagte Hans-Joachim Hasemann-Trutzel (CDU) im Parlament. Die SPD-Fraktion ließ jedoch erkennen, dass sie zwar auf die EBS warten will, aber nicht ewig: „Es muss bald etwas passieren“, sagte Vera Gretz-Roth. „Die EBS ist uns eher ein Klotz am Bein als jemand, der hier weiterhilft.“

Im Antrag der Großen Koalition wurde der Magistrat am Donnerstagabend einstimmig, bei einer Enthaltung, gebeten, über den aktuellen Stand zum Finanzierungskonzept der EBS zu berichten. Am Freitag wurde dann mit der Mietstundung ein zentraler Teil dieses Konzepts bekannt.

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