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Enttäuschte Anwohner

Gericht nennt Bebauungsplan für Campus Klarenthal rechtens / Tägliches Verkehrschaos

16.09.2011 21:45
Gaby Buschlinger
Laut Anwohnern ist der Verkehr „Am Kloster Klarenthal“ unzumutbar geworden. Foto: Surrey

Einen zweiten Bauskandal wie im Künstlerviertel wird es in Klarenthal vermutlich nicht geben. Am Donnerstag entschied der hessische Verwaltungsgerichtshof in Kassel (VGH), dass der Bebauungsplan für die Privatschule Campus Klarenthal rechtens ist. Dagegen geklagt hatten Anwohner der Sackgasse Am Kloster Klarenthal. Gegen die Schule haben sie nichts. Aber sie halten die Zunahme von Lärm und Verkehr in dem Sträßchen für unzumutbar und befürchten einen „Verkehrsinfarkt“.

Verkehrschaos beobachte er schon jetzt, wo der Schulbetrieb noch gar nicht voll laufe, sagt Thomas Obermeier, Sprecher der Interessengemeinschaft Alt-Klarenthal, der 30 Anwohner angehören. Wenn Familienfeiern im Restaurant Landhaus Diedert seien, sei die Sackgasse bereits heute komplett zugeparkt. Laut Prognosen des Bebauungsplans sind 680 Autos am Tag zu erwarten, wenn einmal auf dem Gelände der früheren Gartenbauakademie am Ende der Sackgasse wie angestrebt 550 Schüler unterrichtet werden und zudem dort 150 Lehrer und Angestellte ein- und ausgehen.

Doch der fast dreijährige Gerichtsstreit endete am Donnerstag für die Anwohner enttäuschend. „Der Bebauungsplan enthält keine Fehler, die zu dessen Aufhebung führen“, sagte ein VGH-Sprecher.

Thomas Obermeier, der seit 40 Jahren dort mit seiner Frau Doris wohnt, kann es nicht fassen. „Was muss passieren, bis ein Gericht glaubt, dass der Verkehr, der Lärm und der Parkplatzmangel jetzt schon unzumutbar sind?“ Auch seine Frau Doris, die seit 54 Jahren in der Sackgasse lebt, kann nur fassungslos den Kopf schütteln. Schließlich plane doch auch die Domäne Mechthildshausen, hier obendrein noch einen Hofladen mit Restaurant zu eröffnen. Was noch mehr Kunden und Verkehr brächte.

Der von der Stadt neu gebaute Wendehammer am Anfang der kleinen Gasse bringt laut Obermeier kaum Entlastung. „Der wird nur von einem Teil der Eltern genutzt.“ Der Wendehammer sei zu klein. Und viele Eltern brächten ihre Kinder eben doch lieber bis zum Campus.

Die Stadt verweist auf Lärmgutachten, nach denen Grenzwerte eingehalten würden. Zudem sei es kein Wohn-, sondern ein Mischgebiet. Der Anwalt der Anwohner, Michael Else, will das schriftliche Urteil abwarten. Er hofft, in der Begründung Ansatzpunkte für eine Revision zu finden.

(Az: 4 C 1324/10.N)

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