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Einkaufszentrum Liliencarré Kinderbetreuung im Liliencarré

Im Einkaufszentrum Liliencarré am Hauptbahnhof verirren sich so wenig Kunden, dass es vor anderthalb Jahren Insolvenz anmelden musste. Nun haben der Insolvenzverwalter und die Gläubiger die Betreiber gewechselt. Diese wollen mit einer Kinderbetreuung mehr Kunden anlocken.

18.07.2012 21:28
Gaby Buschlinger
Wenig los. Der neue Betreiber des trotz seiner ovalen Form Liliencarré benannten Einkaufszentrums will mehr Kunden anlocken. Foto: dpa

Seit anderthalb Jahren befindet sich das erst im März 2007 eröffnete Liliencarré in der Insolvenz. Ein Käufer für das nur spärlich besuchte Einkaufszentrum hat sich bislang nicht gefunden. Jetzt hoffen Insolvenzverwalter Hans-Wilhelm Goetsch und die Barclays Bank als Hauptgläubigerin auf einen neuen Betreiber. Zum 1. Juli hat die Acrest Property Group mit Hauptsitz in Berlin die Vermarktung und Vermietung der Immobilie übernommen und Multi-Sec die Mall Management-Gesellschaft abgelöst. Von diesem Wechsel erwartet Insolvenzverwalter Goetsch „neue Impulse“, da Acrest über „intensive Erfahrungen im deutschen Einzelhandelsmarkt“ verfüge.

Stefan Zimmermann, geschäftsführender Gesellschafter von Acrest, ist zuversichtlich, das zu schaffen, was seine Vorgänger fünf Jahre lang nicht geschafft haben: mehr Kunden in die rund 65 Läden zu locken. Konkrete Besucherzahlen nennt Zimmermann zwar nicht. Nur eins verrät er: „Ein Einkaufszentrum dieser Größe müssten 15000 bis 18000 Kunden am Tag besuchen, aber diesen Wert erreichen wir nur an Spitzentagen.“ Als Manko des Liliencarrés nennt Zimmermann zunächst die schlecht erkennbare Außenwerbung. „Man sieht es dem Gebäude nicht an, dass hier Einzelhandel drinsteckt“, sagt Zimmermann. Auch der riesige Baum versperre die Sicht auf den Eingang. Zudem fehle die „Positionierung des Centers am Markt“. Niemand wisse, wofür das Liliencarré stehe. Stattdessen spiegele sich darin die Fußgängerzone – sprich, viele Ketten, die in der Kirchgasse sind, sind auch hier.

14 Geschäfte stehen leer

Kündigen will Zimmermann aber niemanden. Schließlich gebe es langfristige Mietverträge. Und 14 leerstehende Geschäfte, wie der inzwischen fünfte Centermanager, Werner Gresens, sagt. Damit sind aktuell 1500 der insgesamt 22000 Quadratmeter Verkaufsfläche nicht vermietet. Mit einer Leerstandsquote von knapp sieben Prozent sei das Liliencarré aber keine „Problem-Immobilie“, betont Zimmermann. Gresens verhandelt bereits mit mehreren interessierten Nachmietern. Unterstützt wird er von dem 60-köpfigen Acrest-Vermietungsteam.

Für ein leeres Geschäft im ersten Stock hat der neue Betreiber zudem ganz andere Pläne: Ab Mitte August soll im ersten Stock ein Raum für Kinderbetreuung entstehen. Geplant sind eine Hüpfburg sowie eine Mal- und Bastelecke, sagt Zimmermann. Kostenlos wird die Kinderbespaßung allerdings nicht: Die Gebühren werden von Einkäufen im Einkaufszentrum abhängig gemacht. Über die Staffelungen will Zimmermann sich Mitte August äußern. „Da ist noch nichts spruchreif.“ Fest steht, dass die neue Kinderbetreuung vom 30. Juli bis 11. August mit Puppentheateraufführungen beworben werden soll. Zudem plant Zimmermann einen großen Gastronomie-Bereich mit verschiedenen Anbietern, aber gemeinsamem Sitzbereich. Zudem soll das Parken dauerhaft von einem Euro auf 60 Cent für die erste Stunde gesenkt werden.

Insgesamt sollen die Pluspunkte des Liliencarrés deutlicher herausgestellt werden. Diese sind nach Zimmermanns Einschätzung die „fantastische Erreichbarkeit“ des Einkaufszentrums per Bahn und Bus, dessen 1400 Parkplätze und das Dach, so dass auch bei schlechtem Wetter trockenen Fußes und ohne Angst um die Frisur geshoppt werden kann.

Stabile Mieteinnahmen

Ein sechsköpfiges Team hat Acrest bereits vor Ort. Eine Frist, bis wann der Umschwung geschafft sein muss, gibt es laut Zimmermann nicht. Der Barclays Bank sei an einer Werterhaltung und Wertsteigerung ihrer Immobilie gelegen, weshalb sie auch bereit sei zu investieren, statt die Immobilie unter Wert zu verkaufen. Die Mieteinnahmen seien dank des angeschlossenen Hotels, des Fitness-Clubs sowie der Büros und des Supermarktes stabil.

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