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EBS Hochschule Rhein-Main statt EBS

OB-Kandidat Sven Gerich fordert eine schnelle Lösung im Chaos um die Privat-Uni EBS – und eine Konzentration auf die Hochschule Rhein-Main. Die ist für ihn das Aushängeschild des Hochschulstandorts Wiesbaden und sträflich vernachlässigt.

11.12.2012 10:14
Fabian Siegel
Erstsemesterbegrüßung in der Hochschule Rhein-Main. Foto: Rolf Oeser

Wenn es dieser Tage im Rathaus um Hochschulpolitik geht, dreht es sich ausschließlich um die schwer angeschlagene Privat-Uni EBS. Für Sven Gerich, SPD-Kandidat um das Amt des Oberbürgermeisters, könnte dieses Problem längst aus der Welt sein – und stattdessen der Fokus auf der weitaus größeren Hochschule Rhein-Main liegen.

„Das ist unser Aushängeschild, nicht irgendwelche andersgearteten Institutionen“, sagt Gerich. Die Hochschule Rhein-Main und frühere Fachhochschule hat nach eigenen Angaben aktuell rund 6500 Studenten – an der EBS sind es in diesem Semester nicht einmal 200. Angesichts dieser Zahlen sei klar, wo der Fokus liegen müsse.

„Es gibt Wiesbadener, denen klappt die Kinnlade herunter, wenn sie erfahren, dass hier 6000 Menschen studieren“, sagt Gerich. Nur wenn das Rathaus die Hochschule mehr in den Blickpunkt des täglichen Lebens rücke, könne sich in den Köpfen der Menschen etwas ändern. Eine mögliche Maßnahme ist laut Gerich die Zusammenlegung der bislang vier Standorte der Hochschule Rhein-Main auf einen Campus. Obwohl die Idee im Raum stehe, habe sich bislang aber niemand ernsthaft Gedanken um eine Umsetzung gemacht.

Beim Koalitionspartner CDU ist man ganz anderer Meinung. „Von Vernachlässigung der Hochschule kann keine Rede sein“, sagt Hans-Martin Kessler, stellvertretender Vorsitzender der CDU-Rathausfraktion. Oberbürgermeister Helmut Müller und Stadtentwicklungsdezernentin Sigrid Möricke (SPD) hätten für Anliegen der Hochschule immer ein offenes Ohr. „Die Zusammenlegung von Hochschulstandorten an einen Campus ist aber in erster Linie Aufgabe der Hochschulleitung gemeinsam mit dem Land Hessen.“

„Auch wenn Hochschulpolitik Landessache ist, müssen wir als Stadt ein Interesse haben, den Hochschulstandort Wiesbaden zu stärken“, widerspricht Sven Gerich. Dazu gehöre auch, die Stadt für Studenten attraktiver zu machen. „Wir wissen zum Beispiel, dass rund 900 Studenten einen Platz in einem Wohnheim suchen.“ Zur Verfügung stünden bisher aber nur knapp die Hälfte der Plätze.

In Sachen EBS fordert Gerich Oberbürgermeister Müller auf, sich endlich klar zu positionieren. „Die Hängepartie muss ein Ende haben“, sagte Gerich. Die Stadt dürfe sich nicht weiter auf einen immer neuen Termin für die Bekanntgabe ihrer Pläne für den neuen Campus an der Moritzstraße vertrösten lassen. „Dafür steht zu viel auf dem Spiel.“

EBS-Präsident Rolf Cremer habe zwar jüngst noch einmal betont, dass er das volle Vertrauen der Stadt habe. „Mein Vertrauen hat er nicht mehr“, sagt Gerich. Ähnliche Signale habe er auch vom Koalitionspartner, wenn auch noch nicht von Oberbürgermeister Müller selbst.
Zumindest im letzten Punkt widerspricht CDU-Fraktionsmitglied Hans-Martin Kessler. Der Oberbürgermeister fordere bereits seit Sommer diesen Jahres öffentlich Klarheit. „Alle in Wiesbaden haben ein großes Interesse an den Entwicklungen an der Moritzstraße“, sagt Kessler.
Wenn die EBS sich mit der Entscheidung zu lange Zeit lässt, fordert Sven Gerich, mit dem Land über eine neue Nutzung des Grundstücks zu verhandeln. „Man kann das Areal nicht ewig freihalten“, sagt er. Einen Plan hat Gerich: Zum Beispiel der Bau von neuen Wohnheimen.

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