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Der Grundstein ist gelegt

Verein erweitert Behinderten-Werkstatt / Bessere Arbeitsbedingungen für 180 Menschen

Die Urne mit Glücksbringern wird im Fundament versenkt. Foto: Rolf Oeser

Im Krater der großen Baustelle ist ein kleines Loch im Fundament. Drum herum haben sich Menschen mit weißen Schutzhelmen versammelt. Sie legen feierlich den Grundstein. Die Reha-Werkstatt des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Nassau (Evim) bekommt einen Anbau. Renate Pfautsch, Geschäftsführerin der „Evim gemeinnützigen Behindertenhilfe GmbH“, hält eine kupferne Banderole in der Hand. Hinein kommt eine aktuelle Tageszeitung, Imagebroschüren von Werkstatt und Evim, Grundrisse der geplanten neuen Werkstatt und eine Euromünze von diesem Jahr. Alle Beteiligten des Projekts legen gemeinsam die Banderole in das Loch und verschließen es mit Zement. Werkstattleiter Stefan Berg strahlt: „Von heute an dauert es nur noch ein Jahr und wir können in das neue Gebäude einziehen.“

Nebenan steht die alte, schon lange sanierungsbedürftige Reha-Werkstatt. Aus den Fenstern schauen Mitarbeiter dem Ritual zu. Zurzeit arbeiten hier über 180 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelische Beeinträchtigungen. „Wir platzen aus allen Nähten“, sagt Renate Pfautsch. Die Werkstatt hat sich über die Jahre hinweg stets weiterentwickelt, es entstanden neue Arbeitsbereiche, und es kamen auch immer mehr Mitarbeiter dazu. Seit einiger Zeit gibt es eine Wäscherei: „Im Altbau ist die Wäscherei über drei Etagen verteilt, die Mitarbeiter müssen viele Treppen steigen und sind räumlich auseinandergerissen. Das wird im neuen Gebäude alles anders“, freut sich Berg.

Mit dem Neubau reagiert die Evim auf den steigenden Bedarf. „Die Arbeitsbedingungen werden sich durch mehr Raum und neue Strukturen erheblich verbessern“, sagt Berg. Es werden Arbeits-, Büro-, und Lagerflächen entstehen. Im Bereich Druck soll das Büro der Offsetdrucker in Nordenstadt mit den Digitaldruckern und Grafikern der Reha Werkstatt im Anbau zusammengelegt werden. „Das ist mit rund 50 Beschäftigten unser größter Arbeitsbereich“, sagt Berg. Er hofft, dass sich beide Bereiche durch die Zusammenarbeit fördern.

Vier lange Jahre hat die Planung des Projekts gedauert. Sobald der Neubau fertig ist, beginnt die Sanierung des Altbaus. Renate Pfautsch fällt ein Stein vom Herzen: „Ich bin so froh, dass wir endlich loslegen können, nach so langer Zeit zwischen Euphorie und Zweifel.“

Ein Bau für 4,3 Millionen Euro

Sie bedankt sich besonders bei den Investoren, dem Landeswohlfahrtsverband Hessen und der Stadt Wiesbaden, für die Unterstützung dieses 4,3 Millionen Euro teuren Projektes. Der ebenfalls anwesende Bürgermeister Arno Goßmann betont, dass das Geld gut angelegt sei und er sich auf die Evim als Projektträger verlassen könne. Er sei besonders froh, dass hier Menschen Arbeit finden, die auf dem freien Markt kaum oder gar keine Chancen hätten einen Platz zu finden. „Und jeder will doch gebraucht werden“, sagt Goßmann.

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