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CO-Messgeräte "Am Anfang nahm man meine Idee nicht ernst"

Feuerwehrmann Marco Pfeuffer über defekte Thermen und seine Schlussfolgerungen

05.01.2012 23:49
Marco Pfeuffer (34), Oberbrandmeister der Berufsfeuerwehr Wiesbaden, leitet die Studie. Foto: Rolf Oeser

Marco Pfeuffer erlebte einen CO-Unfall bei sich zu Hause. Danach initiierte er eine Studie mit CO-Messgeräten.

Herr Pfeuffer, wie sind Sie auf die Idee für die Studie gekommen?

Anfang 2011 bildete sich über etwa eineinhalb Wochen wegen eines Defekts meiner Gastherme das geruchslose Gas. Deshalb fühlte ich mich vermutlich zu Hause unwohl. Auf der Arbeit hingegen ging es mir gut. Bei der Kontrolle stellte der Schornsteinfeger fehlerhafte Abgaswerte fest. Die Therme wurde durch einen Installateur repariert. Der Schornsteinfeger erzählte mir, dass ihm solche Defekte drei- bis viermal im Monat begegneten.

Wie ging es dann weiter?

Ich ahnte, dass es in Wiesbaden viele Gasthermen gibt und vielleicht noch mehr Menschen betroffen sein könnten. Auch Feuerwehrleute sind ständig der Gefahr des Gases ausgesetzt. Ich schlug auf der Wache eine Studie vor, bei der wir Feuerwehrmänner Warngeräte tragen, um die Anzahl an CO-Vorfällen bestimmen zu können. Zu Anfang wurde meine Idee nicht ernst genommen. Die Gefahr wurde als gering eingeschätzt. Doch Branddirektor Harald Müller unterstützte mein Vorhaben. Im Juni begannen wir mit den Vorbereitungen. Unsere Leute wurden geschult und wir entwickelten eine Einsatztaktik für den Ernstfall. Im August 2011 bekamen wir die Messgeräte von der Firma MSA Auer als kostenlose Leihgabe zur Verfügung gestellt. Damit statteten wir uns, Rettungsdienste und Notärzte in Wiesbaden aus.

Wie läuft die Studie bis jetzt? Das Projekt fordert viel Zeit. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass so viele Unfälle durch Kohlenmonoxid passieren. Es sind erheblich mehr Fälle, als wir vor der Studie gedacht haben. Für uns alle ist es Neuland, wir müssen noch Erfahrungen sammeln. Seit dem tödlichen Unfall am Klagenfurter Ring im November erhält die Studie von allen Seiten große Aufmerksamkeit. Andere Feuerwehren und auch Privatleute kommen auf uns zu , um sich zu informieren.

Was passiert, wenn die Studie abgeschlossen ist?

Es wird einen Abschlussbericht geben, in dem die Studienergebnisse veröffentlicht werden. Danach folgen weitere Maßnahmen.

Das Gespräch führte Christina Franzisket

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