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Bildung Mehr als Unterricht und Konzerte

Die Wiesbadener Musik- und Kunstschule feiert im April ihr 20-jähriges Bestehen. Rund 2500 Schüler lernen Woche für Woche Klavier oder Querflöte bei den 80 Lehrkräften.

20.01.2011 11:18

"Wir sind weder eine Unterrichtsagentur, in der Kinder hinter verschlossenen Türen auf ihrem Cello schaben, noch sind wir eine Konzertagentur, die nur Veranstaltungen organisiert.“ Die Wiesbadener Musik- und Kunstschule ist für ihren Leiter Christoph Nielbock mehr: „Neben dem Unterricht wirken wir mit unseren bunt gemischten Angeboten vom Trommel-Workshop über die kleinen Feierabendkonzerte bis hin zu experimentellen Aufführungen in die Stadt hinein.“

Im April besteht die Musikschule, die Kulturdezernentin Rita Thies (Grüne) eine der wichtigsten Kulturinstitute der Stadt nennt, seit 20 Jahren. Das Jubiläum wird mit einer Konzertwoche vom 4. bis zum 9. April gefeiert.

Rund 2500 Schüler lernen Woche für Woche Klavier oder Querflöte bei den 80 Lehrkräften. Dank des städtischen Zuschusses von 2,3 Millionen Euro kostet der Instrumentalunterricht an der Musik- und Kunstschule nur etwa halb so viel wie bei Privatlehrern. Was sich denn auch in den langen Wartelisten der Musikschule niederschlägt: Über 1500 Namen sind laut Nielbock registriert. Den Wartenden werden Vorkurse zur Überbrückung angeboten.

Zu Jahresbeginn hatte die Musikschule allerdings die Gebühren erhöht: im Durchschnitt um einen oder zwei Euro im Monat. 25 Minuten Einzelunterricht kosten jetzt 49,50 Euro, 50 Minuten 84,50 Euro. Doch diese Gebührenerhöhung decke bei Weitem nicht die Kosten: Allein die Personalkosten bezifferte Nielbock auf 2,8 Millionen Euro. An Gebühren kämen lediglich 1,3 Millionen Euro wieder herein.

Derweil bangt die ebenfalls seit 20 Jahren bestehende Musik-Akademie, an der Musiklehrer vier Jahre ausgebildet werden, um ihr Fortbestehen. Wegen des Bologna-Prozesses gibt es das Diplom als Abschluss nicht mehr, sondern nur noch den Titel „Bachelor of Music“, sagt Nielbock, der auch diese Einrichtung leitet.

Jetzt arbeitet man in Wiesbaden wie auch in den anderen drei hessischen Musik-Akademien (Darmstadt, Frankfurt und Kassel) daran, den Status einer Berufsakademie zu erhalten. Schließlich genieße die Wiesbadener Akademie mit ihren 87 Studenten und 40 Dozenten einen internationalen Ruf, so Nielbock.

Finanziert wird die Musik-Akademie, an der das Studium gebührenfrei ist, vom Land. Das Kultusministerium sei ebenfalls am Erhalt interessiert, sagt Nielbock. Im April entscheide eine Expertenkommission über das Ansinnen.

Würden die vier Musik-Akademien in Hessen aufgegeben, würden die 400 Studenten an die Musikhochschule in Frankfurt drängen. Und die Wiesbadener Musikschule verlöre ihre Vertretungskräfte. (byb)

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