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Band aus dem Dichterviertel Männer in den besten Jahren

Hinter der Band "Best Age" stehen fünf Freunde im besten Alter. Sie sind zwischen 46 und 65 Jahre alt und geben Rock-, Pop-, Folk- und Swing-Klassiker zum Besten. Seit zehn Jahren besteht die „Band aus dem Dichterviertel“ schon. Ihren nächsten Auftritt haben sie beim Weinfest.

18.08.2010 16:35
Mirjam Ulrich
Das sind die Mitglieder der Band "Best Age", v.l.n.r.: Hartmut Boger, Jörg Schmüser, Daniel Schmicking, Michael Linnemann und Günter Steppich . Foto: Renate Hoyer

Es begann damit, dass zwei Männer sich trafen, um die Welt neu zu erfinden, Rotwein zu trinken und ein bisschen Musik zu machen. Ein Dritter gesellte sich dazu, als er eigentlich seine Gitarre verkaufen wollte. Aber das redeten sie ihm schnell aus, er solle lieber mitspielen. Ein Name für die Band fand sich dann auch bald: Best Age.

„Der Begriff kam damals in Fachzeitschriften und Marketing-Seminaren neu auf“, erinnert sich Bassist Hartmut Boger, im Hauptberuf Leiter der Wiesbadener Volkshochschule. Der Begriff passte – schließlich handelt es sich bei den Bandmitgliedern um Männer „im besten Alter“. Zwischen 46 und 65 Jahre sind die fünf Musiker alt. Zu den Gründungsmitgliedern Hartmut Boger, Michael Linemann und Jörg Schmüser stießen später noch Günter Steppich und Daniel Schmicking dazu.

Seit zehn Jahren gibt es die „Band aus dem Dichterviertel“, wie sie sich auch nennt. Alle fünf leben oder arbeiten in dem Quartier oder wurden zumindest dort geboren. Im vergangenen Monat absolvierte die Gruppe ihren 200. Auftritt. Best Age spielt Akustikversionen von Rock-, Pop-, Folk- und Swing-Klassikern. „Wir spielen Musik von Gershwin bis heute“, beschreibt Drummer Daniel Schmicking das Repertoire.

Ihren Coverversionen geben sie durch die akustischen Instrumente und den Satzgesang ihren eigenen Sound. Und auch der Humor kommt dabei nicht zu kurz, so widmen sie beispielsweise ihre Version von „Route 66“ dem Stau auf der Autobahn 66. Die Arrangements erarbeiten sie gemeinsam in den Proben. „Günter spielt problemlos Bläsersätze auf der Gitarre“, sagt Michael Linemann, der Ukulele spielt und singt.

Ein- bis zweimal proben sie in der Woche abends nach der Arbeit. Nur Linemann ist schon im Ruhestand, die anderen arbeiten als Philosoph an der Uni Mainz, als Sport- und Englischlehrer, bei der technischen Instandhaltung einer großen deutschen Fluglinie oder leiten eben die Volkshochschule. Einen eigenen Probenraum haben sie nicht, die fünf Freunde treffen sich reihum bei sich zu Hause. „Anfangs mochten uns die Nachbarn nicht“, scherzt Gitarrist Jörg Schmüser, „mittlerweile ist es ja Musik“.

Ungefähr 30-mal im Jahr treten sie in Wiesbaden und Umgebung auf, bei privaten Feiern, noch häufiger aber auf öffentlichen Veranstaltungen wie die Wiesbadener Weinwoche, „Nacht der Kirchen“ oder das „Biebricher Höfefest“. Im Gegensatz zu anderen Bands hätten sie noch keinen Krach gehabt, erzählen die Musiker. Vielleicht liegt das an ihrem humorvollen Umgang untereinander, vielleicht auch an der Auswahl ihrer Songs. Depressive Musik spielten sie nicht, sagt Boger. „Wir wollen gute Stimmungsmusik machen, für uns ist die Musik auch ein Stimmungsaufheller.“ „Besser als Drogen“, wirft Linemann ein und grinst.

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