Lade Inhalte...

Bärenherz-Stiftung Bambi für eine menschliche Stadt

Gleich vier Bambis stehen seit vergangener Woche in den Räumen der Bärenherz-Stiftung. Die Rehkitze und ihre Preisträger waren nun auch Stargäste bei einem Empfang der Stadt. Von Franziska Richter

04.12.2008 00:12
FRANZISKA RICHTER
Bambi für das Kinderhospiz Bärenherz: (v.l.) Ute Büschl, Annette Huwe, Ingrid Becker und Wolfgang Groh. Foto: dpa

Als Erste hat es Ute Büschel erfahren. Sie war es, die den Bambi zunächst bekommen sollte. "Ich durfte natürlich nichts verraten", sagt Büschel, die sich seit 2004 im Kinderhospiz Bärenherz in Wiesbaden-Erbenheim engagiert. Sie und ihre Familie hatten am eigenen Leib erfahren dürfen, welche Unterstützung eine solche Einrichtung sein kann.

Denn ihr drittes Kind, ein Mädchen, war schwerstkrank auf die Welt gekommen. Für die letzten Tage im sehr kurzen Leben ihrer Tochter hatte sie einen Platz im Wiesbadener Kinderhospiz bekommen. "Bärenherz war ein Geschenk des Himmels", sagt sie. Heute arbeitet sie als Masseurin mit den sterbenden Kindern. "Das Schönste ist, wenn ein Kind anfängt zu lächeln", sagt sie.

Empfang im Rathaus

Doch nicht nur ihr Engagement wollte die Bambi-Redaktion auszeichnen und entschied sich gleich für vier Preisträger: Auch Stiftungsgründer Wolfgang Groh, die Leiterin des Hospizes Annette Huwe und die Krankenschwester Ingrid Becker nahmen in Offenburg ein goldenes Rehkitz entgegen.

Nun sitzen alle vier und der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Hilmar Börsing, am runden Tisch der Stadtverordnetenvorsteherin Angelika Thiels (CDU). "Im Namen der Bürgerschaft kann ich sagen: Wiesbaden ist stolz auf Ihre Arbeit." Sie sei tief davon beeindruckt, was die Stiftung leiste. "Wir wollen eine menschliche Stadt sein, Sie tun etwas dafür."

Wolfgang Groh war es, der als Vorsitzender der Initiative für Behinderte bei seiner Arbeit vor mehr als zehn Jahren merkte, dass es viele schwerstkranke und zugleich behinderte Kinder, aber kein Kinderhospiz gibt. Nach mehreren Jahren eifrigen Spendensammelns entschied er sich 2002, eine Stiftung zu gründen. Gleichzeitig wurde Hessens erstes und Deutschlands zweites Kinderhospiz eröffnet. Die Krankenschwester Ingrid Becker ist seit der ersten Stunde dabei: "Man muss lernen, nicht so viel mit nach Hause zu nehmen", sagt sie. Aber gerade die sehr individuelle Pflege der Kinder bedeute ihr viel.

Allerdings geht es Bärenherz nicht nur um die sterbenden Kinder. "Wir wollen die Familien entlasten, in denen oft auch gesunde Kinder leben", sagt Annette Huwe. Sie hat drei Jahren den ambulanten Dienst aufgebaut, der Eltern ermöglicht, mit der Familie in Urlaub zu fahren, aber das kranke Kind gut versorgt zu wissen.

Für Wolfgang Groh ist der Bambi eine besondere Auszeichnung: "Es ist ein Preis, der widerspiegelt, was die Bevölkerung spricht. Und Bärenherz schaut, was der Mensch braucht."

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen